Kaufberatung Daunenbekleidung

Was macht eine gute Daunenjacke aus?

Früher hatten nur "echte Bergsteiger" Daunenjacken. Heute sieht man das ehemalige Nischenprodukt fast überall, und zwar am Berg und im Tal. Dabei ist Daunenjacke nicht gleich Daunenjacke: Es gibt einen großen Unterschied zwischen einer Daunenjacke, die für den Laufsteg designt wurde und einer, die für harte Bedingungen in den Bergen gemacht ist.

 

Brauche ich eine Daunenjacke?

Wer sich eine Daunenjacke für die Berge gekauft hat, wird es nicht bereuen. Daunenjacken sind angenehm zu tragen, klein packbar, extrem warm für ihr geringes Gewicht und sie halten eine gefühlte Ewigkeit. Aber es gibt auch Nachteile: Wenn Daunen nass werden, isolieren sie kaum noch. Und die Pflege von Daunenjacken ist etwas aufwändiger als die von Kunstfaserjacken. Alles in allem sind Daunenjacken damit die perfekten Begleiter in fast allen Situationen, insbesondere bei kalten, trockenen Bedingungen. Für dauerhaft feuchte Verhältnisse fährst du mit einer Kunstfaserjacke besser.

 

Wie warm ist eine Daunenjacke?

Es gibt viele, ziemlich komplizierte Methoden die Wärmeleistung einer Daunenjacke zu bestimmen - die wenigsten davon sind wirklich praxistauglich. Einfacher geht es mit diesen Tipps:

 

Als Faustregel gilt: Je dicker die Jacke, desto wärmer ist sie. Denn die Wärmeleistung einer Jacke wird vor allem durch die Menge an Daunenfüllung bestimmt. Daher solltest du dir vor dem Kauf ansehen, wie viel Gramm Daune in einer Jacke stecken. Je mehr Gramm Daune sie enthält, desto wärmer ist sie. Leichte Daunenjacken haben meist nicht mehr als 150g Daune, mitteldicke (und damit "mittelwarme") Jacken in der Regel 200-250g und alles über 300g Daunenfüllung ist wirklich sehr warm.

 

Noch ein Tipp: Wenn bei einer Daunenjacke nicht dabei steht, wie viele Gramm Daunenfüllung sie enthält, solltest du sie nicht kaufen - das wäre, wie wenn du ein Kletterseil kaufst ohne zu wissen wie lang es ist.

 

Wie kalt darf es sein?

Wir geben für alle unsere Schlafsäcke empfohlene Temperaturbereiche an - warum dann nicht auch für Daunenjacken? Ganz einfach weil es nicht geht. Denn wie warm eine Jacke ist (oder empfunden wird), hängt sehr stark vom Kälteempfinden der Nutzer ab und noch mehr von ihrem Einsatz: Wenn du eine dicke Daunenjacke im Aufstieg anhast, wirst du vermutlich bald ins Schwitzen kommen. Wenn du sie im Winter zum Sichern trägst oder stundenlang im Basislager einer Grönlandexpedition sitzt, wirst du vielleicht trotz Daunenjacke irgendwann frösteln. Wenn du dir unsicher bist, wie dick (bzw. warm) du deine Daunenjacke kaufen sollst, nimmt lieber eine etwas dickere/wärmere. Die Erfahrung zeigt, dass es besser ist etwas mehr Gewicht zu tragen als zu frieren.

 

Konstruktion und Füllung

Fillpower (Bauschkraft)

Um die Daunenfüllung einer Jacke zu bewerten, musst du zwei Größen unterscheiden: Die Füllmenge und die Fillpower. Die Füllmenge ist ganz einfach die Menge an Daunen in Gramm, die die Jacke enthält. Die Fillpower oder Bauschkraft sagt etwas über die Qualität (und damit über die Wärmeleistung) der Daune; je größer die Fillpower, desto besser sind die Qualität und Wärmeleistung der Daunen. Vereinfacht gesagt sind Werte von mehr als 700 cuin Fillppower sehr gut, Werte von mehr als 800 cuin herausragend gut. Zum Verständnis: Eine Daunenjacke mit wenig hochwertiger Daune ist zwar nicht so warm wie eine Jacke mit viel minderwertiger Daune. Aber im Verhältnis zum Gewicht ist hochwertige Daune immer wärmer. Eine Jacke mit 200g hochwertiger Daune ist also wärmer als eine mit 200g minderwertiger Daune.

 

Übrigens sind die Fillpower Angaben, die wir bei unseren Jacken nennen, immer Mindestwerte. Welche Fillpower die Daunen in exakt deinem Produkt haben, kannst du über den im Produkt eingenähten, individuellen DOWN CODEX® Code herausfinden.

 

Gänsedaune vs. Entendaune

Lange Zeit galt Gänsedaune als die bessere Daune. Und tatsächlich stammt unsere hochwertigste Daune von Gänsen. Allerdings ist es für die Bewertung der Daunenqualität egal, von welchem Tier die Daune ist. Entscheidend sind die Fillpower und das Verhältnis von Daunen zu Federn (wobei mehr Daunen als Federn eine bessere Wärmeleistung bedeuten), egal ob Enten- oder Gänsedaune.

 

Konstruktion

Die Konstruktion einer Daunenjacke ist nicht leicht. Wir tüfteln seit Jahrzehnten am Design unserer Jacken und finden immer wieder neue Wege, es besser zu machen. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene "Bauweisen": Die meisten Daunenjacken haben durchgesteppte Kammern. Dabei werden das Außen- und das Innenmaterial der Jacke so zusammengenäht, dass schmale Kanäle (Kammern) entstehen, in die die Daunen gefüllt werden. Das ist die beste Konstruktion für leichte Jacken. Leider sind die vielen Nähte der Kammern jedoch mögliche Kältebrücken. Daher müssen Jacken für extrem kalte Bedingungen anders konstruiert werden: Bei richtig warmen Daunenjacken gibt es keine direkte Naht zwischen Außen- und Innenmaterial. Die Daunenkammern werden stattdessen mit zusätzlichen Stoffwänden im Inneren genäht. Die sogenannte Boxwall-Konstruktion ist schwerer als durchgesteppte Kammern, bietet aber eine deutlich bessere Wärmeisolation.

 

Neben diesen beiden "Grundbauweisen" gibt es noch andere Kammernkonstruktionen. So haben wir zum Beispiel bei den Jacken unserer FIRESTORM™ Kollektion ein separates, winddichtes und stark wasserabweisendes Außenmaterial über die Daunenkammern genäht. Damit sind diese Jacken hinsichtlich Gewicht und Tragegefühl wie durchgesteppte Jacken, bieten aber deutlich mehr Schutz vor Wind, Wetter und Kälte.

 

Einen anderen Ansatz wählen wir bei unserer neuen (zum Patent angemeldeten) Offset-Kammernkonstruktion. Auch diese Jacken sind so leicht und angenehm zu tragen wie durchgesteppte Jacken. Da wir die Kammern jedoch versetzt zueinander an eine wärmereflektierende Innenschicht nähen, sind Kältebrücken nahezu ausgeschlossen. Diese 2-lagige Offset-Kammernkonstruktion vereint damit die Vorteile der durchgesteppten und der Boxwall-Kammern - für maximale Wärme und mehr Schutz vor Wind und Wetter.

 

DOWN CODEX®

2009 hat Mountain Equipment als einer der ersten Hersteller der Outdoorbranche mit dem DOWN CODEX® ein unabhängiges System zur Überprüfung und Zertifizierung der Daunenlieferkette eingeführt. Wir haben damals keinen großen Wirbel gemacht, keine Pressekonferenzen und keine Marketing-Kampagnen veranstaltet. Wichtiger war es mit dem DOWN CODEX® endlich eine Industrie und ihre Lieferketten zu verstehen und zu verbessern.

 

Alle unsere Daunenprodukte enthalten einen 12-stelligen Code. Damit kannst du auf unserer DOWN CODEX® Website die Herkunft und Qualität der Daunen in deinem Produkt herausfinden.

 

Kann eine Daunenjacke wasserdicht sein?

Es gibt wenige Daunenjacken, die absolut wasserdicht sind. Viele haben zwar wasserdichte Materialien, aber meist sind die Nähte nicht getapet und damit auch nicht wasserdicht. Man kann die Nähte zwar tapen, aber dann wird die Jacke deutlich schwerer und damit weniger geeignet für anspruchsvolle Verhältnisse, bei denen jedes Gramm zählt. Getapte, absolut wasserdichte Daunenjacken sind jedoch hervorragende Begleiter auf Touren in kalten, nassen Gebieten, zum Pistenskifahren oder für weniger anspruchsvolle Touren.

 

Kann ich eine Daunenjacke unter einer Hardshell tragen?

Natürlich kannst du eine Daunenjacke als Midlayer unter einer weiteren Schicht tragen. Aber den meisten wird das nach kurzer Zeit (in Bewegung) viel zu warm sein. Selbst unsere leichtesten Daunenjacken sind wärmer als jede unserer Fleecejacken. Wenn du nicht lange unterwegs bist, kannst du sie unter einer Hardshelljacke tragen, ohne zu überhitzen. Richtig dicke Daunenjacken sind aber ziemlich sicher zu warm und auch zu sperrig, um sie unter einer weiteren Schicht zu tragen. Wenn es wirklich nötig ist, trägst du sie lieber über der Hardshelljacke.

 

Wasserabweisende Daunen

Wir verwenden keine wasserabweisende Daune in unseren Produkten. Stattdessen setzen wir lieber auf wasserabweisende Materialien, um die Daunen vor Feuchtigkeit zu schützen. Einen ausführlichen Beitrag unserer Produtentwickler zum Thema wasserabweisende Daunen findest du in unserem Blog:

 

Feucht und kalt

Bei feuchten Vehältnissen sind Daunenjacken nicht unbedingt die beste Wahl. Wenn es sogar stark regnen soll, sind sie definitiv fehl am Platz. Auch wenn eine Daunenjacke nicht sofort komplett durchweicht, verlieren die Daunen an Wärmeleistung, wenn sie feucht werden. Unter solchen Bedingungen sind Kunstfaserjacken besser.

 

Eine gute Alternative für feuchte, aber nicht komplett nasse Verhältnisse sind unsere FIRESTORM™ Daunenjacken. Sie bieten deutlich mehr Schutz vor Wind und Nässe als "normale" Daunenjacken.

 

Welche Daunenjacke für was?

Alpines Bergsteigen

Die meisten unserer Daunenjacken sind für das alpine Bergsteigen geeignet. Die Xeros, Kryos und Exo Jackets aus unserer FIRESTORM™ Serie sind absolute Spitzenprodukte für anspruchsvolle Touren und Bedingungen. Die neuen Trango und Baltoro Jackets sind durch ihre warme und dennoch leichte Konstruktion ebenso absoulte Hochleistungsjacken. Vega/Sigma und K7 Jackets haben sich auf tausenden alpinen Gipfel, auf bis über 6000m, bewährt. Die Gasherbrum Jacket ist vermutlich die wärmste unserer alpinen Daunenjacken - sie war schon bei 8000er Besteigungen ohne Sauerstoff im Einsatz.

 

Nasskalte Winter im Tal

Unser Headquarter ist in Nordengland - wir wissen nur zu gut, was nasskalte Winter sind. Wie gemacht dafür ist unsere wasserdichte Triton Jacket. Unsere Lightline Jacken und Parkas gehören ebenso zu unseren Favoriten. Ausgestattet mit dem wasserabweisenden DRILITE® Loft Material halten sie leichten (Schnee-) Regen ab - für Starkregen sind sie aber nicht zu empfehlen. Ganz im Gegensatz zu unserem Altai Women's Parka, der dich garantiert warm und trocken hält.

 

Wandern und Trekking

Daunenjacken sind ideal für lange (Fern-) Wanderungen mit schwerem Rucksack - denn sie sind leicht und klein packbar. Für Temperaturen knapp um den Gefrierpunkt wird eine leichte Daunenjacke wie unsere Frostline oder Earthrise ausreichend sein. Sie ist so dünn, dass sie auch gut unter einer Hardshelljacke getragen werden kann, sofern nötig. Wenn es noch kälter wird, solltest du eine wärmere Jacke dabei haben und ggf. auch eine dünne isolierte Hose (oder eine Short/einen Rock).

 

DOWN CYCLE®

Das DOWN CYCLE® Projekt ist Teil unserer Strategie, nachhaltiger zu handeln. Das Projekt startete im Jahr 2017, als wir 100 % recycelte Daune in unsere Earthrise Bekleidungslinie einführten. Unser langfristiger Plan ist sehr viel ehrgeiziger: Wir wollen einen geschlossenen Recyclingkreislauf schaffen, indem Daunenbekleidung und Schlafsäcke, die entweder nicht mehr gebraucht werden oder am Ende ihrer Lebensdauer sind, nicht einfach weggeworfen werden.

 

Kommt eure Daune aus verantwortungsvollen Quellen?

Die kurze Antwort ist: Sie wird so verantwortungsvoll und nachhaltig gewonnen, wie möglich. Wir waren und sind Vorreiter in der Outdoorbranche hinsichtlich Überprüfung und Verbesserung der Daunenlieferketten. Weiterführende Informationen und Hintergründe dazu findest du auf unserer DOWN CODEX® Website:

 

Wie lange hält eine Daunenjacke?

Daunenjacken können eine gefühlte Ewigkeit halten. Die meisten von uns werden sie nur in der kalten Jahreszeit - und nicht das ganze Jahr über - im Einsatz haben, was ihre Lebenszeit erhöht. Die Daunenfüllung hält bei richtiger Pflege jahre-, wenn nicht jahrzehntelang. Löcher oder Risse im Außenmaterial können in der Regel leicht repariert werden und bedeuten nicht das Lebensende der Jacke. Eine gebrauchte, gut gepflegete Jacke erzählt von vielen Abenteuern - tu alles, um ihre Lebenszeit zu verlängern! Wichtige Tipps dazu findest du weiter unten.

 

Wie pflege ich eine Daunenjacke?

Viele denken, dass die Pflege von Daunenjacken unglaublich kompliziert sei. Das stimmt nicht - wenn du ein paar Dinge beachtest. Das Wichtigste ist, die Daunenjacke niemals in feuchtem Zustand komprimiert lagern! Ein paar Tage sind ok, aber lass keinen Monat daraus werden, das wird sie nicht überleben. Viele weitere praktische (und für jeden umsetzbare) Tipps bekommst du auf unserer Website:

 

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