Den passenden Schlafsack zu finden, ist gar nicht so leicht.

Es ist nicht nur ärgerlich, wenn ein Schlafsack nicht ausreichend wärmt – dies kann in extremen Situationen sogar lebensgefährlich sein. Um beste Wärmeleistung zu erzielen und Kältebrücken zu vermeiden, konstruieren wir jeden Schlafsack Kammer für Kammer.

Die Schlafsack Kaufberatung hilft dir dabei, den richtigen Schlafsack zu finden. Du erfährst alles über Temperaturbereiche, Gewicht, den Unterschied zwischen Daunen- und Kunstfaserfüllung, Passform und Einsatzzweck.

Wie warm soll ein Schlafsack sein?

Den richtigen Temperaturbereich zu finden ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Schlafsackkauf. Der Schlafsack soll einerseits warm genug sein, damit man nicht friert, andererseits aber auch leicht und klein genug für den Rucksack.

Es gibt verschiedene Methoden, um die Wärmeleistung eines Schlafsacks objektiv und standardisiert zu bewerten. Die europäische Norm EN13537 / ISO23537 definiert die Temperaturangaben des Einsatzbereichs von Schlafsäcken und wird von den meisten Herstellern verwendet - natürlich auch von Mountain Equipment.

Der Normtest nach EN/ISO findet in einer Kältekammer bei festgelegter Temperatur statt. Eine beheizte Puppe wird in den zu testenden Schlafsack gelegt, dieser wiederum auf eine vorgegebene Isolationsmatte. Die Puppe trägt einen dünnen Baselayer – wie man ihn typischerweise zum Schlafen trägt. Der Labortest hat im Vergleich zum Testen mit “echten” Personen draußen klare Vorteile: Die Verwendung der Puppe in einer vorgegebenen, klar definierten Umgebung verhindert (Mess-) Risiken und erspart logistische Probleme.

Wir orientieren uns bei der Konstruktion unserer Schlafsäcke an der EN13537 / ISO23537. Leider ist diese Norm nicht für alle Schlafsäcke ein geeigneter Maßstab. Beispielsweise ist sie nicht auf Schlafsäcke für extreme Bedinungen anwendbar. Denn bei extrem niedrigen Temperaturen stellt das Rechenmodell der Norm nicht mehr die Wärmeleistung des Schlafsacks unter echten Bedingungen dar. Wir geben daher die Messergebnisse nach EN13537 / ISO23537 für alle unsere Schlafsäcke an außer für die wärmsten Modelle. Bei einigen speziellen Schlafsäcken (insbesondere solche, die ultraleichte, hoch atmungsaktive Außenmaterialien verwenden) spiegeln die Normwerte nicht die wirkliche Wärmeleistung wider. Denn bei der Interpretation der Testergebnisse ist Folgendes zu beachten:

Puppengröße: Die verwendete Testpuppe hat immer dieselbe vorgegebene Größe. Wenn sie in einem (zu) kleinen Schlafsack liegt, drückt sie Teile der Isolation zusammen, was die gemessene Wärmeleistung des Schlafsacks verringert. Das Gleiche würde passieren, wenn du dich in einen zu kleinen Schlafsack legst. Daher sind die Normwerte für unsere enger geschnittenen Schlafsäcke mit Alpine Fit manchmal etwas geringer als bei denen mit Mountain Fit. Für manche Personen sind die Alpine Fit Schlafsäcke jedoch besser geeignet und damit wärmer.

Außenmaterial: Wenn du in einem Zelt oder einer Hütte übernachtest, spielt das Außenmaterial des Schlafsacks nahezu keine Rolle für die Wärmeleistung. Denn dann wird kaum (Zug-) Luft über den Schlafsack streichen und für Auskühlung sorgen. Beim Test nach EN13537 / ISO23537 wird jedoch Luft mit 0,3m/s von oben auf den Schlafsack geblasen. Verglichen mit den meisten Biwaks unter freiem Himmel ist das sowohl mehr Luft als üblich als auch die falsche Windrichtung. Wenn wir nun einen Schlafsack mit winddurchlässigem Außenmaterial unter Normbedingungen testen, wird er vergleichsweise schlechte Ergebnisse bei der Wärmeleistung erhalten. So haben beispielsweise die Schlafsäcke unserer Extreme Light Serie (Fireflash, Firelite, Firelfy) eine deutlich bessere Wärmeleistung als die Testergebnisse nach EN13537 / ISO23537 ausgeben – insbesondere wenn sie in den vorgesehenen Verhältnissen verwendet werden (mit Biwaksack, im Winterraum etc.).

Der Labortest EN/ISO ergibt drei verschiedene Temperaturbereiche (Komfort, Limit, Extrem):

Komfort
Der Komfortwert gibt die Temperatur an, bei der eine Frau im Schlafsack nicht friert. Auch für kälteempfindliche Personen ist das der richtige Temperaturbereich.
Limit
Der Limitwert gibt die Temperatur an, bei der ein Mann im Schlafsack acht Stunden durchschläft ohne zu frieren. Für Männer und kälteunempfindliche Personen ist das der richtige Temperaturbereich.
Extrem
Der Extremwert gibt die minimale Temperatur an, bei der man ohne Erfrierungen oder lebensbedrohliche Unterkühlung überleben kann. Der Wert ist nur ein Richtwert für extreme Notsituationen und sollte nicht als Entscheidungsfaktor herangezogen werden.

Unsere Good Night’s Sleep Garantie

Das individuelle Kälteempfinden verläuft in der Realität nicht so linear wie ein Labortest. Zusätzlich zu den Normangaben nennen wir bei jedem Schlafsack einen realistischen Temperaturwert, für den wir den Schlafsack empfehlen. Diese Werte stammen aus unseren eigenen Erfahrungen bei weltweiten Expeditionen seit mehr als 50 Jahren, aus intensiven Tests in der Kältekammer und Rückmeldungen zahlreicher Bergsteiger.

Diese Good Night’s Sleep (GNS) Temperatur geht nie über den Extremwert hinaus, liegt aber manchmal unter dem Limitwert. Wenn bei bestimmten Modellen für den extremeren Einsatz die Norm, wie oben beschrieben, nicht verlässlich anwendbar ist, ist die Abweichung zur GNS Temperatur etwas größer oder unsere Angabe ist der einzige Wert, den wir guten Gewissens veröffentlichen.

Solltest du nach dem Kauf dennoch merken, dass der Schlafsack nicht so warm ist wie erwartet oder benötigt, kannst du ihn innerhalb von 30 Tagen bei deinem Fachhändler (nach Vorlage des Kaufbelegs) gegen ein wärmeres Modell von Mountain Equipment tauschen. Dabei zahlst du lediglich die Preisdifferenz, also den Aufpreis auf den höheren Wert. Das ist unsere Good Night's Sleep Garantie - Schlafsackkauf ohne Risiko!

Sind minimales Packmaß und Gewicht essentiell?

Sei mal ehrlich: Brauchst du einen Schlafsack zum Schlafen im Camper, zum Backpacking oder für alpine Biwaks? Ob Gewicht und Packmaß bei deinem Schlafsack entscheidend sind, hängt davon ab, wofür du ihn brauchst. Wenn du meistens im Tal schläfst und den Schlafsack nicht im Rucksack trägst, spielen Gewicht und Packmaß keine so große Rolle und du solltest dich lieber für einen bequemeren Schlafsack mit mehr Platz entscheiden.

Wenn du den Schlafsack jedoch zum alpinen Klettern oder Backpacking brauchst oder mehrere Nächte unterwegs bist, sollte er möglichst leicht und klein sein. Ein Sommerschlafsack sollte dann weniger als ein Kilo oder sogar weniger als 600g wiegen, wenn es dir wirklich ernst ist mit der Gewichtsreduktion.

Wenn du einen Schlafsack für alle Jahreszeiten und kältere Bedingungen suchst, bist du mit einem Schlafsack bis 1,5 Kilo gut beraten.

Das Packmaß eines Schlafsacks hängt eng mit seinem Gewicht zusammen, jedoch besteht ein großer Unterschied im Packmaß von Daunen- und Kunstfaser Schlafsäcken. Ein Daunenschlafsack mit einer Good Night’s Sleep Temperatur von -20°C kann ein kleineres Packmaß haben als ein Kunstfaser Schlafsack mit einer GNS-Temperatur von -5°C.

Wenn es dir auf’s Gewicht ankommt und du bisher nur Kunstfaser Schlafsäcke benutzt hast, solltest du einen Daunenschlafsack in Betracht ziehen.

Lagere deinen Daunenschlafsack immer in unserer Mesh-Aufbewahrungstasche, damit die Daune ihre Bauschkraft nicht verliert. Bei Kunstfaser Schlafsäcken ist das nicht ganz so wichtig, es ist aber trotzdem besser ihn unkomprimiert aufzubewahren.

Welche Füllung sollte dein Schlafsack haben?

Unsere Schlafsäcke sind entweder mit Daune oder mit Kunstfaser gefüllt. Daune hat im Verhältnis zum Gewicht eine höhere Wärmeleistung und ist kleiner komprimierbar als Kunstfaser. Wenn man seinen Schlafsack oft im Rucksack trägt, ist Daune die bessere Wahl. Daune ist außerdem langlebiger und man schläft besser darin. Kunstfaser Schlafsäcke sind allerdings günstiger als Daunenschlafsäcke, einfacher zu waschen und zu trocknen und wärmen auch im nassen Zustand. Für die meisten Situationen sind Daunenschlafsäcke die bessere Option. Bei anhaltend feuchten Bedingungen sind Kunstfaser Schlafsäcke jedoch besser.

Das passende Außenmaterial für jeden Zweck

Das Außenmaterial schützt den Schlafsack vor Feuchtigkeit, Schnee und Wind. Es verhindert, dass die Daune oder Kunstfaserfüllung aus dem Schlafsack tritt und transportiert Feuchtigkeit nach außen. Hier ein Überblick über die verschiedenen Materialien.

Der Schnitt macht den Unterschied.

Ein perfekt geschnittener Schlafsack sorgt nicht nur für große Behaglichkeit und Komfort, sondern reduziert vor allem Lufträume am Körper, die zusätzlich aufgewärmt werden müssen. Dadurch wird die Wärmeeffizienz deutlich erhöht. Deshalb gibt es Mountain Equipment Schlafsäcke mit fünf verschiedenen Schnitten: Expedition, Mountain, Alpine, Valley und GT.

Jeden Schlafsack gibt es außerdem in zwei verschiedenen Längen: Regular und Long. Die Women’s Schlafsäcke sind 15 cm kürzer und haben ein kleineres Fußteil (das aber ein höheres Füllgewicht hat und somit wärmer ist). Sie sind außerdem an der Taille mit EXL® Nähten ausgestattet. Dadurch passt sich der Schlafsack besser der Körperform an und ist wärmer und bequemer.

Einen Schlafsack mit passendem Schnitt zu haben ist wichtig. Ein zu enger Schlafsack ist unbequem und raubt wertvollen Schlaf. Wenn der Schlafsack hingegen zu groß ist, kann es sein, dass man fiert, da alle Lufträume im Schlafsack aufgewärmt werden müssen.

Die Konstruktion ist der Schlüssel zu langfristiger Wärmeleistung.

Schlafsack-Konstruktionen sind komplex und bestehen aus sehr vielen Einzelteilen. Jedes Element spielt eine Rolle, um besten Komfort und Wärmeleistung zu erreichen. Dabei wird beim Design jeder relevante Faktor in Betracht gezogen: Wie lange wird ein Schlafsack im Einsatz sein, in welchen klimatischen Bedingungen wird er benutzt, welches Ziel bei Gewicht, Packmaß und Kosten wollen wir erzielen? Eine grundlegende Entscheidung richtet sich zunächst auf Art und Anordnung der Kammern: Sie müssen der Daune den richtigen Raum geben, sich zu entfalten und ihre Stärke auszuspielen. Wir verwenden, je nach Einsatzzweck, eine Vielzahl unterschiedlicher Kammerbauweisen in unseren Schlafsackmodellen.

Mehr Information zur Kammerkonstruktion jedes einzelnen Schlafsacks findest du auf der jeweiligen Produktseite.

Schlafsäcke mit mind. 800 cuin Gänsedaune

Unsere Schlafsäcke mit mind. 800 cuin Gänsedaune haben wir für anspuchvolle Alpinisten in extremen Bedingungen im Hochgebirge und in den Polarregionen gemacht. Sie gehören sicherlich zu den besten Schlafsäcken der Welt.

Schlafsäcke mit mind. 700 cuin Entendaune

Unsere Schlafsäcke mit mind. 700 cuin Entendaune bieten beste Wärmeleistung für verschiedenste Anwendungen: Die vier Schlafsackserien Glacier, Helium, Classic und Dream sind sehr durchdacht konstruiert und für ihren jeweiligen Einsatzzweck optimiert: Biwakieren, Bergsteigen, Trekking und Camping.

Schlafsäcke mit recycelter Daune

Recycelte Daune bietet nahezu die gleiche Leistung wie neue Daune, hat aber einen geringeren ökologischen Fußabdruck. Daunenrecycling schont die Umwelt (Müllvermeidung) und die Ressourcen (Nachhaltigkeit).
Earthrise
Recycelte Daune, recycelte Bezugstoffe: Earthrise Schlafsäcke geben dir zuverlässig über viele Jahre beste Leistung. Ihr Design basiert auf unseren bewährten und erfolgreichen Helium Modellen. Earthrise Schlafsäcke erreichen bei Wärmeleistung und ökologischem Fußabdruck Bestnoten.

Kunstfaser Schlafsäcke

Kunstfaser Schlafsäcke bieten zuverlässigen Schutz vor den Elementen. Sie sind weniger feuchtigkeitsempfindlich als Daunenschlafsäcke, lassen sich leichter pflegen und sind günstiger.
Aurora
Die wärmsten Kunstfaser Schlafsäcke, die wir jemals gebaut haben. Für die kältesten Gegenden der Welt, sei es in der Antarktis oder am Nordpol: Wenn Feuchtigkeit auf Kälte trifft, hält der Aurora warm. Das wasserdichte DRILITE® Außenmaterial, die Füllung aus bestem POLARLOFT® und die Keystone-Schindel-Konstruktion sind auf Isolation und Volumen hin optimiert. Das Packmaß des Topmodells (Aurora VI, Einsatz bis -35°C) ist überraschend kompakt, mit knapp 3500g ist er sogar ein echtes „Leichtgewicht“ in dieser Klasse.