Allgemeine Pflege

Dein Daunenschlafsack wird dich garantiert viele Jahre lang in kühlen Nächten warmhalten, wenn du gut auf ihn aufpasst! Mit der richtigen Pflege wird er sogar noch länger halten... Wenn dein Schlafsack im Einsatz ist - besonders auf längeren Reisen - lüfte ihn, so oft es geht und trockne ihn vor der Lagerung gründlich.

Wenn du deinen Schlafsack nicht benutzt, lagere ihn an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort. Verpacke den Schlafsack locker, am Besten in der mitgelieferten Aufbewahrungstasche oder in einem luftigen Beutel. Eine große Schachtel oder ein Kissenbezug erfüllen den gleichen Zweck. Bitte vermeide es, den Schlafsack dauerhaft komprimiert in einem Packsack zu lagern!

Kleinere Flecken können in der Regel mit einem feuchten Tuch und milder Seife gereinigt werden. Waschen solltest du den Schlafsack nur, wenn es unbedingt erforderlich ist, aber auch sooft es nötig ist (Faustregel: nach 40 Nächten). Die Reißverschlüsse funktionieren besser, wenn du auch sie sauber hältst und pflegst.

So wäschst du deinen Daunenschlafsack

Einen Schlafsack zu waschen und wieder zu trocknen kannst du ganz einfach selbst erledigen, es erfordert allerdings etwas Zeit und Geduld – und einen Wäschetrockner.

Wenn es dir lieber ist, kannst du gerne auch unseren Waschservice nutzen. Das möchten wir dir nahelegen, wenn du keinen Wäschetrockner hast.

Mit den nachfolgenden Tipps kannst du deinen Schlafsack selbst reinigen:

Grundsätzlich solltest du deinen Daunenschlafsack nur selten waschen. Als Faustregel empfehlen wir die Reinigung nach ungefähr 40 Nächten. Natürlich sind auch deutliche Verschmutzungen, ein strenger Geruch oder der Verlust der Bauschkraft der Daune ein Zeichen dafür, dass es an der Zeit für eine Wäsche ist.

Bei allen Daunenprodukten ist nicht das Waschen die Herausforderung, sondern das Trocknen. Die meisten Schlafsäcke können in einer normalen Waschmaschine gewaschen und in einem haushaltsüblichen Wäschetrockner getrocknet werden. Größere Schlafsäcke (mit mehr als 1000g Daunenfüllung) sollten nur in großvolumigen Waschmaschinen (ca. 7 kg Fassungsvermögen) gewaschen oder professionell gereinigt werden. Alternativ kannst du deinen Schlafsack auch von Hand waschen. Daunenschlafsäcke dürfen nicht chemisch gereinigt werden.

Idealerweise verwendest du für die Wäsche ein spezielles Daunenwaschmittel wie Grangers Down WashNikwax Down Wash Direct, Storm Down Wash oder Fibertec Down Wash Eco. Es geht auch mit Neutralseife, diese ist aber nicht unsere erste Wahl. Benutze niemals Weichspüler oder Kombiwaschmittel mit Weichspüler.

Bevor es losgeht, solltest du deine Waschmaschine vorbereiten. Im Waschmittelfach dürfen sich keine Waschmittelreste befinden: spüle die Schublade mit warmem Wasser aus, um verklebte Rückstände zu lösen.

Dann geht es beim Schlafsack weiter: Lockere die Schnürzüge an Kapuze und Wärmekragen. Klappe den Klettverschluss an der Kapuze so zusammen, dass das harte Hakenband vollständig verdeckt ist. Öffne den seitlichen Reißverschluss vollständig und drehe den Schlafsack auf Links.

Lies die Pflegehinweise auf dem Etikett im Schlafsack. Auch wenn hier steht, dass nur Handwäsche empfohlen ist, kannst du den Schlafsack – das richtige Waschprogramm vorausgesetzt! – in die Waschmaschine stecken. Wähle ein Programm wie Feinwäsche, Wollwäsche oder Handwäsche mit niedriger bis mittlerer Schleuderdrehzahl (max. 800 U/min) und mit einer Temperatur von 30°C. Nach Möglichkeit bitte nochmal extra spülen.

Wenn du den Schlafsack von Hand waschen willst, fülle eine große Wanne (z.B. eine Badewanne) mit warmem Wasser, füge das entsprechende Waschmittel hinzu und lege den Schlafsack ins Wasser. Den Schlafsack komplett unterzutauchen, ist am Anfang etwas schwierig, da er noch voller Luft ist – halte durch! Wenn der Schlafsack ganz vollgesogen ist, wasche ihn auf der ganzen Länge, indem du die Daunenkammern vorsichtig aber gründlich mit den Händen durchknetest. Spüle ihn zum Schluss gründlich aus.

Nimm den gewaschenen, nassen Schlafsack vorsichtig aus der Maschine oder der Wanne. Das zusätzliche Gewicht der nassen Füllung könnte die inneren Nähte beschädigen. Wenn du deinen Schlafsack zum ersten Mal wäschst, wirst du an diesem Punkt wahrscheinlich erschrecken: Der Schlafsack sieht platt und leer aus, die Daune ist völlig verklumpt. Aber keine Sorge! Das wird schon wieder...

So trocknest du deinen Daunenschlafsack

Nach der Wäsche muss der Schlafsack gründlich getrocknet werden. Dafür solltest du dir und deinem Schlafsack genügend Zeit geben. Am Einfachsten gelingt es im Wäschetrockner, allerdings nur im Schonprogramm, bzw. auf der niedrigsten Temperatur. Eine zu hohe Temperatur kann die Bezugsstoffe des Schlafsacks beschädigen.

Der Trocknungsvorgang kann unterstützt werden, wenn du ein paar Tennisbälle oder auch spezielle Trocknerbälle in die Trommel gibst. Bis dein Schlafsack komplett durchgetrocknet ist, vergehen einige Stunden. Je mehr Füllung der Schlafsack enthält, umso länger dauert es!

Nach dem ersten Durchgang im Trockner solltest du den Schlafsack etwas abkühlen lassen. Breite ihn dazu flach auf einem Wäscheständer aus. Wahrscheinlich spürst du jetzt immer noch verklumpte Daunen im Inneren. Schüttele den Schlafsack locker auf und löse die Daunenklumpen vorsichtig mit den Fingern. Du kannst den Schlafsack nun für eine weitere Runde in den Trockner stecken – natürlich erneut im Schonprogramm! Lass ihn danach wieder abkühlen, taste erneut nach verbliebenen Daunenklümpchen und schüttele den Schlafsack wieder gründlich auf. Wiederhole den Vorgang so oft es erforderlich ist. Die Daunen werden ihre natürliche Bauschkraft wieder zurückgewinnen!

Es schadet nicht, wenn du den Schlafsack noch ein bis zwei Tage auf dem Wäscheständer liegen lässt, damit Restfeuchtigkeit verdunsten kann. Gönne ihm abschließend zum Auflockern der Füllung noch eine Runde im Trockner.

Jetzt kommen die Reißverschlüsse dran. Um Reißverschlüsse leichtgängig zu halten, pflege sie regelmäßig mit einem der folgenden Produkte: Gear Aid Zipper Lubricant, McNETT Zip Care oder Zipper Stick. Alternativ kannst du den Reißverschluss auf der ganzen Länge auch sparsam mit einer Wachskerze einreiben.

Der Schlafsack kann nun wie gewohnt in der Aufbewahrungstasche gelagert werden.

Minimierung der Daunenmigration

Die Bezugsstoffe unserer Daunenbekleidung und -schlafsäcke sind besonders dicht gewebt, um zu verhindern, dass Daunen oder kleinste Federteilchen die Stoffe durchdringen. Um die Daunendichtigkeit noch zu erhöhen, werden die Stoffe heiß gewalzt oder mit einer nur wenige Mikrometer dünnen Polymerschicht überzogen. Damit ist die Daunenmigration weitgehend ausgeschlossen. Trotzdem finden feinste Bestandteile der Füllung und dünne Federkiele gelegentlich ihren Weg durch das Gewebe oder, was wahrscheinlicher ist, durch die Nähte. Federkiele sind relativ starr und können wie eine Nadel durch das Material dringen.

Wenn du also bemerkst, dass einzelne Daunen durch den Stoff austreten, ist das weder ein Grund zur Sorge noch ein Produktmangel. Wichtig: zieh die Daune jetzt nicht aus dem Stoff heraus! Das winzige Loch würde unnötig ausgedehnt werden. Daunen sind zudem mit kleinsten Widerhaken miteinander verbunden – vermutlich käme gleich die nächste Daune hinterher. Versuche stattdessen, die Daune mit deinen Fingerspitzen von unten zu fassen und wieder ins Innere zu ziehen.

Reparaturen Unterwegs

Daunenschlafsäcke mit ihrer federleichten Füllung und den leichten Bezugsmaterialien werden auf Kletter- und Bergtouren oft besonderen Belastungen ausgesetzt. Wie schnell ist mal ein Stück Stoff eingeklemmt oder kommt beim Biwakieren mit scharfkantigem Fels oder dem Gaskocher in Berührung. Derartige Schäden sind nicht durch unsere Garantie abgedeckt, sondern gehören zum normalen, wenn auch ärgerlichen, Verschleiß. Du kannst kleinere Malheure unterwegs selbst flicken oder sie nach deiner Tour von einem Profi reparieren lassen.

1) Kleine Risse: Gaffa-Tape / Klebeband
Gaffa-Tape oder normales Klebeband, das über den Riss geklebt wird, kann kurzfristig helfen. Ein Tipp dazu: Schneide die Ecken des „Flicken“ rund, so hält das Tape länger auf dem Stoff. Das Obermaterial muss dabei sauber und trocken sein. Dies ist jedoch nur eine Notlösung – das Klebeband sollte baldmöglichst wieder entfernt und der Riss sorgfältig repariert werden.

2) Kleine bis mittelgroße Löcher: strapazierfähiges Tenacious Tape™
Spezial-Klebeband wie Tenacious Tape™ kann bei der Reparatur größerer Löcher sehr hilfreich sein. Diese Tapes sind extrem robust und halten auch dauerhaft bei sehr niedrigen Temperaturen – sie hinterlassen aber Klebereste, die nach dem Abziehen kaum noch zu entfernen sind.

3) Austretende Füllung
Jede Feder oder Kunstfaser, die durch die Nähte oder den Stoff nach außen treten, sollten in den Schlafsack zurückgezogen werden. Wichtig: zieh Daunen oder Fasern nicht aus dem Stoff heraus! Das winzige Loch würde unnötig ausgedehnt werden.

4) Verklemmte oder schwergängige Reißverschlüsse
Reinige alle Reißverschlüsse regelmäßig mit warmem Seifenwasser. Sollte ein Reißverschluss doch mal verklemmt sein, versuche nicht ihn gewaltsam zu lösen. Reinigen und schmieren löst das Problem häufig schon. Untersuche auch den Reißverschlusskopf auf Schmutz oder Fremdkörper. Zur Reinigung kannst du eine alte Zahnbürste verwenden. Entdeckst du ausgerissene Zähne am Reißverschluss oder verbogene Metallteile am Schieber, ist er vermutlich nicht mehr zu retten. Nur eine professionelle Reparatur kann dies beheben. Melde dich bei unserem Reparaturservice.

Reparaturen vom Profi

Reißverschlüsse, Bezugsstoffe oder Schnürzüge sind – verglichen mit der Daunenfüllung – eher von Verschleiß betroffen. Viele der häufigsten Schäden lassen sich professionell reparieren und die Lebensdauer deines Schlafsacks lässt sich dadurch deutlich verlängern!

Reißverschlüsse kann man, genauso wie Schnürzüge, austauschen. Risse oder Löcher im Bezugsstoff können nahezu unsichtbar genäht werden. Beschädigte Daunenkammern werden repariert und bei Bedarf auch neu mit Daune befüllt. Melde dich bei unserem Reparaturservice, wenn du weitere Informationen brauchst.

Ende des Lebenszyklus

Ein Daunenschlafsack sollte viele, viele Jahre halten. In unserer Werkstatt sehen wir oftmals Daunenschlafsäcke, die gut zwanzig bis dreißig Jahre alt sind und immer noch verwendet werden können.

Wenn du merkst, dass dein Schlafsack die beste Zeit hinter sich hat, schau ihn dir nochmal genau an und verwende ihn bitte, bis er quasi auseinanderfällt. Es mag sich komisch anhören, wenn wir als Hersteller so etwas sagen. Doch die meisten Schlafsäcke enthalten viele Komponenten und Materialien, deren Herstellung extrem energieintensiv ist. Wir möchten die Umweltbelastung durch unsere Produkte so gering wie möglich halten. Daher bitten wir dich, deinen Schlafsack solange wie möglich zu nutzen und nicht zu früh zu ersetzen.
Hier noch ein paar Anregungen:
1) Wertschätzung - Unsere Produkte wollen eingesetzt werden. Jedes Abenteuer hinterlässt Spuren und spiegelt deine Erfahrungen wider. Das darf man auch sehen: Jeder Kratzer ist ein Statement.

2) Pflege: Wasche und pflege deinen Schlafsack regelmäßig und bewahre ihn sorgfältig auf. Ein flacher Schlafsack kann durch Waschen wieder zum Leben erweckt werden. Du kannst das selbst machen, oder unseren Waschservice nutzen. Unser Reparaturservice kann sogar Daune nachfüllen.

3) Reparieren - Kleinere Schäden können oft leicht behoben werden und bedeuten noch lange nicht das Ende deines Lieblingsteils. Natürlich kostet eine Reparatur Zeit und auch Geld – aber die Auswirkungen eines neu gekauften Produkts auf deinen Geldbeutel und auf die Umwelt sind deutlich höher.

4) Plan B- Auch wenn du deinen Schlafsack nicht mehr für einen Trip nach Patagonien verwenden möchtest, kannst du jederzeit noch andere, weniger anspruchsvolle Abenteuer mit ihm erleben.

5) Plan C – Verwende dein Lieblingsteil in einem ganz anderen Umfeld. Lasse ihn z.B. im Auto liegen, falls du einmal ungeplant dort übernachten musst – oder auch für spontane Übernachtungen bei Freunden.

6) Weitergeben - Wenn du deine Ausrüstung wirklich nicht mehr verwenden willst, freut sich bestimmt noch jemand anderes darüber: Schenken macht ja bekanntlich Freu(n)de! Schau dich doch einfach mal in deinem Familien- und Freundeskreis um. Oder wende dich an Wohltätigkeits-Organisationen, die Outdoor-Ausrüstung annehmen und diese sinnvoll weitergeben.

7) Upcycle – Wenn gar nichts mehr geht: Die Komponenten, aus denen dein Produkt besteht, sind hochwertig und wertvoll. Derart leichte Bezugsstoffe sind im Einzelhandel nicht erhältlich, gleiches gilt für die robusten Schnürzüge. Denk doch mal um die Ecke: vielleicht kannst du Teile deines Produktes noch anderweitig verwenden? Eine Einkaufstasche aus ultradünnem Rip-Stop-Material hat sicher nicht jeder...

8) Recycle - Echtes Recycling spart Energie und Ressourcen, die sonst bei der Herstellung von neuem Material eingesetzt werden müssten.

Beim Textilrecycling ist die größte Hürde die Trennung der verschiedenen Komponenten wie Stoffe, Membrane, Fäden, Reißverschlüsse, Druckknöpfe etc. Hier ist kein richtiges Recycling, sondern nur Downcycling möglich, so werden z.B. geschredderte Textilien aus Altkleidercontainern zu Füll- und Dämmstoffen verarbeitet.

Anders ist es bei Daunenprodukten: der wertvollste Bestandteil ist die extrem langlebige Daune. Diese lässt sich unkompliziert vom Rest trennen - dazu reicht ein Cutter-Messer. So ist es möglich einen reinen Grundstoff für neue Produkte aufzubereiten. Bevor du also den Weg zum Container antrittst, schick dein Daunenprodukt gerne zu uns: in unserem DOWN CYCLE®-Projekt werden 95% der Materialien recycelt.