Martin Feistl

Martin ist ein deutscher Alpinist und Kletterer, der auch nicht davor zurückschreckt seine Projekte "auf die harte Tour" anzugehen.  

Klettern ist für mich eine der beiden Säulen des Alpinismus, zusammen mit einer entsprechend hohen Leidensfähigkeit. Gerade im schwierigen, kombinierten Gelände an großen Wänden in den Alpen liegen meine Stärken und das ist auch das Umfeld, in dem ich den Alpinismus in Zukunft sehe. Seit meinem Expeditionserlebnis am Shivling (6543 m) im Himalaya liegt mein Fokus darauf, das gleiche Abenteuergefühl in den Alpen zu finden - sozusagen vor der Haustüre - ohne dafür um die halbe Welt zu fliegen. Eine weitere Spielwiese ist die zunehmende Zahl von Erstbegehungen in einem so sauberen Stil wie für mich möglich. Das heißt für mich, von unten kommend, frei klettern, in großen Wänden im alpinen Stil und im Granit grundsätzlich ohne Bohrhaken, im Kalkstein ist das leider oft unmöglich, obwohl ich in den letzten Jahren einige Kalkstein-Sportkletterrouten bis zum Grad 8a+/b trad klettern konnte. Generell ist Sportklettern für mich, auch wenn es sicher nicht meine größte Stärke ist, eine wesentliche Grundlage für schwierigen Alpinismus. Die Ängste sind oft vergleichbar, aber im Alpinismus sind sie oft noch existenzieller, was zu Leistungen führen kann, die man hinterher nüchtern, wenn der Endorphinspiegel abgesunken ist, nicht mehr nachvollziehen kann. Es sind diese

Grenzverschiebungen, die mich immer wieder antreiben. Mit wachsender Erfahrung merke ich aber auch sehr eindrücklich, wie einerseits der Drang, an die Grenzen zu gehen, ähnlich stark bleibt, gleichzeitig aber das Ziel, ein alter Bergsteiger zu werden, eine immer größere Rolle spielt. Hier eine Balance zur inneren Zufriedenheit zu finden, wir immer mehr zur Hauptaufgabe in meinem Bergsteigerleben.

Fünf Dinge, die ich gerne gewusst hätte, bevor ich zum Klettern angefangen habe:

  1. 1. Ich hätte gerne gewusst, wie schwierig es wird, den reinen Spaß am Klettern beizubehalten, wenn das Freiklettern an großen Wänden eine immer wichtigere Rolle spielt und man sich schnell nicht mehr mit dem bloßen Hochkommen zufrieden gibt.
  2.  
  3. 2. Dass ich eines Tages eine 9 Quadratmeter große Wand aus Klettermaterial in meinem Schlafzimmer hängen haben werde.
  4.  
  5. 3. Dass der wichtigste Muskel beim Klettern wirklich der Kopf ist, und dass das nicht nur ein geflügeltes Wort ist.
  6.  
  7. 4. Dass der Alpinismus einem nicht alles geben kann, aber vor allem alles nehmen kann, und wir trotzdem weitermachen.
  8.  

5. Dass Klettern so fesselnd ist, dass man leicht die Motivation für andere Dinge verliert.

Meine wichtigsten Touren:

Stalingrad – Grubenkarspitze (1000m, M8, WI 7, onsight)

"Stalingrad", neue Königslinie im Karwendel mit David Bruder
(Significant ascents piolet d’Or 2020). Erfahre mehr.

24 hours of freedom – Sagzahn (300m, M6, WI 4, X)

Erstbegehung von "24 hours of freedom" an der Sagwand im Valsertal mit Sven Brand. Erfahre mehr.

Supernatural - Altmühltal, Konstein (8b+, FFA)

Erstbegehung von "Supernatural" (8b+). Film anschauen.

Flugmeilengenerator – Schwarze Wand (500m, 7a, solo, FA)

Erstbegehung "Flugmeilengenerator" Schwarze Wand im Höllental, solo von unten unter Verwendung von Fixseilen. Erfahre mehr. 

Aktuelles von Martin

In dem Kurzfilm von Fabian Weisshaar können wir Martin Feistls Erstbegehung von "Supernatural" (8b+) in Konstein miterleben (und -erleiden).

 

 

 

Mit Silvan Metz auf der Sonnenseite der berühmten Nordwand.

 

Pandora: Schönheit mit allen Übeln der Welt | Sass Pordoi

Mehr über Martin

Instagram