Allgemeine Pflege

Unser Angebot an Softshell-Bekleidung umfasst eine breite Produktpalette mit unterschiedlichen Eigenschaften. Wie lange du Freude an deiner Softshell hast, hängt im Wesentlichen von deren Pflege ab. Softshell-Bekleidung sollte regelmäßig gewaschen und nach Gebrauch gründlich getrocknet werden. Pflege auch regelmäßig die Reißverschlüsse. Wenn sie nicht in Gebrauch ist, lagerst du die Bekleidung am besten an einem kühlen, trockenen Ort, geschützt vor direktem Sonnenlicht.

So wäschst du deine Softshell

Verwende für deine Softshell-Bekleidung, egal ob EXOLITE oder GORE-TEX INFINIUM™, am besten ein spezielles Waschmittel, wie Grangers Performance Wash, Nikwax Tech Wash, Fibertec Pro Wash oder Storm Clothing Wash. Diese sind im Outdoor-Fachhandel erhältlich. Es geht auch mit Neutralseife, diese ist aber nicht unsere erste Wahl. Benutze niemals Weichspüler oder Kombiwaschmittel mit Weichspüler. Diese beeinträchtigen dauerhaft die Funktion.

Bevor es losgeht, solltest du deine Waschmaschine vorbereiten. Im Waschmittelfach dürfen sich keine Waschmittelreste befinden: Spüle die Schublade mit warmem Wasser aus, um verklebte Rückstände zu lösen.

Leere alle Taschen und lass deren Reißverschlüsse offen, damit auch die Krümel des letzten Müsliriegels rausgewaschen werden. Schließe den Frontreißverschluss und Belüftungsöffnungen. Lockere die Schnürzüge und schließe alle Klettverschlüsse.

Lies die Pflegehinweise auf dem Etikett. Die Waschanleitung auf dieser Webseite ist die richtige für unsere Softshell-Bekleidung. Weicht das Pflegeetikett davon ab und du bist dir unsicher, kontaktiere unseren Kundenservice.

Wähle ein Programm wie Feinwäsche oder ein spezielles Outdoorprogramm mit niedriger bis mittlerer Schleuderdrehzahl (ca. 800 U/min) und mit einer Temperatur von 30°C.

Idealerweise trocknest du deine Softshell im Trockner im Schonprogramm oder auf der niedrigsten Temperaturstufe. Dadurch wird gleich die DWR (Durable Water Repellency = dauerhafte Wasserabweisung) wieder aktiviert. Falls kein Wäschetrockner zur Verfügung steht, hänge die Softshell einfach ohne Wäscheklammern über eine Leine oder einen Wäscheständer. Allerdings wird bei Lufttrocknung die DWR nicht aktiviert. Wie du sie auch ohne Wäschetrockner aktivieren kannst, erklären wir weiter unten.

Jetzt kommen noch die Reißverschlüsse dran. Um Reißverschlüsse leichtgängig zu halten, pflege sie regelmäßig mit einem der folgenden Produkte: Gear Aid Zipper Lubricant, McNETT Zip Care oder Zipper Stick. Alternativ kannst du den Reißverschluss auf der ganzen Länge auch sparsam mit einer Wachskerze einreiben.

DWR: Reaktivierung und Imprägnierung

Die Außenseite von Softshell-Bekleidung ist in der Regel mit einer DWR Imprägnierung (Durable Water Repellency = dauerhaft wasserabweisende Imprägnierung) versehen. Ohne diese Imprägnierung würde Regen, Feuchtigkeit oder schmelzender Schnee nicht an der Außenseite abperlen, sondern langsam das Softshellgewebe feucht und klamm werden lassen. Außerdem kann durch ein durchnässtes Obermaterial kaum Wasserdampf entweichen und die Atmungsaktivität ist stark reduziert. Zwar ist ein Softshell-Material nicht 100% wasserdicht, aber die DWR ist eine Schlüsselkomponente für die Wetterfestigkeit und Atmungsaktivität deiner Softshell.

Die Leistung jeder DWR wird durch Abrieb, Schmutz und Körperfett beeinträchtigt. Im Gebrauch wirst du feststellen, dass das Kleidungsstück allmählich anfängt, "nass zu werden". Am Deutlichsten macht sich dies in stark beanspruchten Bereichen wie Schultern, Knie, Gesäß und Taille bemerkbar. Deshalb ist es wichtig, die Softshell regelmäßig zu waschen und die DWR zu reaktivieren oder neu zu imprägnieren.

Reaktivierung
Eine DWR kann durch längere Wärmeeinwirkung reaktiviert werden. Am besten eignet sich dazu ein Wäschetrockner. Wähle das Schonprogramm oder die niedrigste Temperaturstufe und lasse das Programm mindestens 30 Minuten laufen.

Steht dir kein Wäschetrockner zur Verfügung, kannst du die Reaktivierung auch mit einem Bügeleisen ausführen. Dies ist aber nicht unsere erste Wahl. Zum einen kommt es auf die Dauer der gleichmäßigen Wärmeeinwirkung an, zum anderen musst du sehr vorsichtig mit dem Bügeleisen sein, um keine Komponenten der Jacke zu beschädigen. Wähle eine niedrige Temperaturstufe für Synthetikmaterial. Lege immer ein dünnes Baumwolltuch zwischen Bügeleisen und Softshell und bewege das Bügeleisen langsam und gleichmäßig über das gesamte Material. Achte darauf, dass du nicht mit Reißverschlüssen, den seitlichen Reißverschlussdichtbändern, Logos und anderen Kunststoffkomponenten in Berührung kommst und das Außenmaterial nicht überhitzt.

Die Reaktivierung durch einen Wäschetrockner oder mit dem Bügeleisen solltest du nach jedem Waschvorgang durchführen.

Imprägnierung
Wenn die Reaktivierung nicht den gewünschten Effekt erzielt, kann es an der Zeit sein, die Softshell neu zu imprägnieren. Davor muss die Kleidung gewaschen werden. Wir empfehlen die Verwendung eines Sprüh-Imprägnierung wie Grangers Xtreme Repel, Grangers Performance Repel, Nikwax TX Direct Spray-On, Storm Eco Proofer, Fibertec Guard Pro oder Fibertec Guard Eco. Kümmere dich besonders um viel beanspruchte Bereiche und befolge dabei die Anweisungen des Spray-Herstellers. Nach der Imprägnierung ist ein Durchgang im Wäschetrockner optimal - oder du entscheidest dich für die Behandlung mit dem Bügeleisen. Die Hitzeeinwirkung solltest du in jedem Fall anwenden, auch wenn dies nicht explizit in der Gebrauchsanweisung des Imprägniermittels empfohlen wird.

Es gibt auch Imprägniermittel, die man mit der Waschmaschine einwäscht. Diese imprägnieren jedoch auch die Innenseite der Jacke. Dort will man natürlich keine wasserabweisenden Eigenschaften erzielen, da die Feuchtigkeit durch das Material der Jacke austreten soll. Aus diesem Grund empfehlen wir diese Lösung nicht. Lediglich bei einer sehr alten Jacke kann eine Einwaschimprägnierung die letzte Möglichkeit sein.

Reparaturen unterwegs

Auch wenn man noch so gut aufpasst: Funktionsbekleidung wird auf Kletter- und Bergtouren oft besonderen Belastungen ausgesetzt. Wie schnell ist mal ein Stück Stoff eingeklemmt, man bleibt an scharfkantigem Fels oder den Steigeisen hängen. Derartige Schäden sind nicht durch unsere Garantie abgedeckt, sondern gehören zum normalen, wenn auch ärgerlichen Verschleiß. Du kannst kleinere Malheure unterwegs selbst flicken oder dich nach deiner Tour an unseren Reparaturservice wenden.

1) Kleine Risse: Gaffa-Tape / Klebeband
Gaffa-Tape oder normales Klebeband, das über den Riss geklebt wird, kann kurzfristig helfen. Ein Tipp dazu: Schneide die Ecken des „Flicken“ rund, so hält das Tape länger auf dem Stoff. Wenn der Riss etwas größer ist, hält es meist besser, wenn er zusätzlich von innen verklebt wird. Das Obermaterial muss dabei sauber und trocken sein. Dies ist jedoch nur eine Notlösung – das Klebeband sollte baldmöglichst wieder entfernt und der Riss sorgfältig repariert werden.

2) Kleine bis mittelgroße Löcher: strapazierfähiges Tenacious Tape™
Spezial-Klebeband wie Tenacious Tape™ kann bei der Reparatur größerer Löcher sehr hilfreich sein. Diese Tapes sind extrem robust und halten auch dauerhaft bei sehr niedrigen Temperaturen – sie hinterlassen aber Klebereste, die nach dem Abziehen kaum noch zu entfernen sind.

Da Softshells, im Gegensatz zu Hardshells, nicht 100% wasserdicht und die Nähte nicht verschweißt sind, kannst du selbst mit der Nähmaschine und entsprechendem Geschick Reparaturen ausführen. Risse in einem dünneren Material kannst du mit einem geeigneten Stich verschließen. Größere Löcher können mit einem Flicken repariert werden. Am besten eignen sich dazu Funktionsmaterialien von ausrangierten Ausrüstungsteilen. Deshalb entsorge deine alte Ausrüstung nicht zu früh!

3) Verklemmte oder schwergängige Reißverschlüsse
Reinige alle Reißverschlüsse regelmäßig mit warmem Seifenwasser. Sollte ein Reißverschluss doch mal verklemmt sein, versuche nicht ihn gewaltsam zu lösen. Reinigen und schmieren löst das Problem häufig schon. Untersuche auch den Reißverschlusskopf auf Schmutz oder Fremdkörper. Zur Reinigung kannst du eine alte Zahnbürste verwenden. Entdeckst du ausgerissene Zähne am Reißverschluss oder verbogene Metallteile am Schieber, ist er vermutlich nicht mehr zu retten. Nur eine professionelle Reparatur kann dies beheben: Melde dich bei unserem Reparaturservice.

Reparaturen vom Profi

Das Material, die Reißverschlüsse, oder die Schnürzüge sind von Verschleiß betroffen. Viele der häufigsten Schäden lassen sich professionell reparieren und die Lebensdauer deiner Softshell lässt sich dadurch deutlich verlängern!

Die meisten Reißverschlüsse kann man, genauso wie Schnürzüge, austauschen. Risse oder Löcher im Stoff können repariert werden. Melde dich bei unserem Reparaturservice, wenn du weitere Informationen brauchst:

Ende des Lebenszyklus

Eine gute Softshell sollte dir viele Jahre lang gute Dienste leisten. Natürlich spielt die Beanspruchung und die Pflege eine entscheidende Rolle.

Wenn du merkst, dass deine Jacke oder Hose die beste Zeit hinter sich hat, schau sie dir nochmal genau an und verwende sie bitte, bis sie quasi auseinanderfällt.

Es mag sich komisch anhören, wenn wir als Hersteller so etwas sagen. Doch alle Softshells enthalten viele Komponenten und Materialien, deren Herstellung extrem energieintensiv ist. Wir möchten die Umweltbelastung durch unsere Produkte so gering wie möglich halten. Daher bitten wir dich, deine Bekleidung solange wie möglich zu nutzen und nicht zu früh zu ersetzen.
Hier ein paar weitere Tipps:
1) Wertschätzen - Unsere Produkte wollen eingesetzt werden. Jedes Abenteuer hinterlässt Spuren und spiegelt deine Erfahrungen wider. Das darf man auch sehen: Jeder Kratzer ist ein Statement.

2) Pflegen - Wasche und pflege deine Softshell regelmäßig und bewahre sie sorgfältig auf. Eine Wäsche und die Reaktivierung der DWR wirkt oft Wunder.

3) Reparieren - Kleinere Schäden können oft leicht behoben werden und bedeuten noch lange nicht das Ende deines Lieblingsteils. Natürlich kostet eine Reparatur Zeit und auch Geld – aber die Auswirkungen eines neu gekauften Produkts auf deinen Geldbeutel und auf die Umwelt sind deutlich höher.

4) Plan B - Auch wenn du deine Softshell nicht mehr für eine Winterdurchquerung der norwegischen Hardangervidda verwenden möchtest, kannst du jederzeit noch andere, weniger anspruchsvolle Abenteuer mit ihr erleben.

5) Pan C - Verwende dein Lieblingsteil in einem ganz anderen Umfeld. Lasse sie z.B. im Auto liegen, falls du mal eine Panne bei miesem Wetter hast. Bei allen Arbeiten an Haus und Garten ist eine Softshell ideal.

6) Weitergeben - Wenn du deine Ausrüstung wirklich nicht mehr verwenden willst, freut sich bestimmt noch jemand anderes darüber: Schenken macht ja bekanntlich Freu(n)de! Schau dich doch einfach mal in deinem Familien- und Freundeskreis um. Oder wende dich an Wohltätigkeits-Organisationen, die Outdoor-Ausrüstung annehmen und diese sinnvoll weitergeben.

7) Upcycle - Wenn gar nichts mehr geht: Die Komponenten, aus denen dein Produkt besteht, sind hochwertig und wertvoll. Softshell-Gewebe in dieser Qualität sind im Einzelhandel nicht erhältlich. Denk doch mal um die Ecke, ob du Teile deines Produktes noch anderweitig verwenden kannst? Für Steigeisen oder Biketools gibt es nichts Besseres als ein Softshell-Etui. Das Material eignet sich auch für alles, was auf der einen Seite robust und auf der anderen angenehm weich sein soll: Es ist perfekt zum Reparieren anderer Kleidungsstücke!

8) Recycle - Echtes Recycling spart Energie und Ressourcen, die sonst bei der Herstellung von neuem Material eingesetzt werden müssten.

Beim Textilrecycling ist die größte Hürde die Trennung der verschiedenen Komponenten wie Stoffe, Membrane, Fäden, Reißverschlüsse, Druckknöpfe etc. Bei Softshells ist dies so gut wie ausgeschlossen. Hier ist kein richtiges Recycling, sondern nur Downcycling möglich, so werden z.B. geschredderte Textilien aus Altkleidercontainern zu Füll- und Dämmstoffen verarbeitet. Es ist aber immer noch besser deine Softshell nicht mit dem Hausmüll zu entsorgen, sondern in einen Container einer Organisation zu werfen, die die Fasern weiterverarbeiten können.
English