Allgemeine Pflege

Dein Rucksack wird garantiert viele Jahre lang auf deine Ausrüstung in seinem Inneren aufpassen - wenn du gut auf ihn aufpasst! Mit der richtigen Pflege wird er sogar noch länger halten...

Entferne regelmäßig Steinchen und Split aus deinem Rucksack und mache ihn sorgfältig sauber. Nach einer Tour ist es wichtig, dass du deinen Rucksack wieder richtig trocknen lässt. Anschließend lagere ihn trocken und ohne direkte Sonneneinstrahlung. Reißverschlüsse sind Verschleißteile – bitte reinige und pflege sie regelmäßig.

So wäschst du deinen Rucksack

Du hast noch nie einen Rucksack gewaschen? Macht nichts, wir erklären dir wie‘s geht. Du kannst dazu ein flüssiges Feinwaschmittel (ohne Weichspüler) verwenden oder noch besser ein spezielles Reinigungsprodukt aus dem Fachhandel, wie Grangers Performance Wash, Nikwax Tech Wash, Nikwax Tent & Gear Solarwash, Fibertec Pro Wash oder Storm Clothing Wash. Auch mit der Neutralseife aus dem Supermarkt funktioniert es gut.

Entleere zuerst alle Taschen deines Rucksacks und nehme, falls möglich, die Rückenplatte heraus. Entferne Steinchen u.ä. aus deinem Pack. Das geht super mit einem Staubsauger. Wasche deinen Rucksack per Hand in warmer Seifenlauge. Waschmaschine und Trockner sind hier tabu. Du kannst den Rucksack jetzt mit einem Lappen oder einer weichen Bürste von außen reinigen, vor allem lohnt es sich beim Boden oder anderen stärker verschmutzen Stellen. Vor dem Trocknen ausgiebig mit klarem Wasser abspülen.

Nach dem Trocknen pflege alle Reißverschlüsse. Um Reißverschlüsse leichtgängig zu halten, behandele sie regelmäßig mit einem der folgenden Produkte: Gear Aid Zipper Lubricant, McNETT Zip Care oder Zipper Stick. Alternativ kannst du den Reißverschluss auf der ganzen Länge auch sparsam mit einer Wachskerze einreiben.

Imprägnieren

Die Außenseite von hochwertigen Rucksäcken hat eine wasser- und schmutzabweisende Ausrüstung (DWR – Durable Water Repellency). Sie erleichtert das Abperlen von Wasser.

Mit der Zeit kann es passieren, dass die Imprägnierung deines Rucksacks durch Abrieb, Schmutz und Körperfett an Wirkung verliert. Regen und schmelzender Schnee perlen schlechter ab und werden vom Material aufgesaugt. Dies lässt sich gut an den mechanisch stärker beanspruchten Stellen (Boden, Front) beobachten.

Um die ursprüngliche DWR deines Rucksacks zu reaktivieren, kannst du ihn nach der Reinigung mit Wärme behandeln – bei einem Rucksack am besten mit einem Föhn. Falls dies nicht den erwünschten Erfolg bringt, empfehlen wir ein Imprägnierspray. Geeignete Produkte findest du im Fachhandel, z.B. Nikwax Tent & Gear SolarProof oder Grangers Fabsil. Diese kannst du gezielt auf die beanspruchten Stellen aufsprühen (beachte bitte die Herstellerangaben).

Reparaturen unterwegs

Beim Einsatz am Berg muss dein Rucksack einiges einstecken. Scharfe Skikanten, Eispickel und Steigeisen können selbst robusteste Materialen zerschneiden oder durchstechen. Auch regelmäßiger, harter Felskontakt fordert seinen Tribut. Derartige Schäden sind nicht durch unsere Garantie abgedeckt, sondern gehören zum normalen, wenn auch ärgerlichen, Verschleiß. Vieles kann aber unterwegs von dir oder später professionell repariert werden und ein gezeichneter Kletterrucksack erzählt von vielen guten Touren.

1) Kleine Risse: Gaffa-Tape / Klebeband
Gaffa-Tape oder normales Klebeband, das über den Riss geklebt wird, kann kurzfristig helfen. Ein Tipp dazu: Schneide die Ecken des „Flicken“ rund, so hält das Tape länger auf dem Stoff. Das Obermaterial muss dabei sauber und trocken sein. Am besten klebst du von außen und innen den Riss ab. Dies ist jedoch nur eine Notlösung – das Klebeband sollte baldmöglichst wieder entfernt und der Riss sorgfältig repariert werden.

2) Kleine bis mittelgroße Löcher: strapazierfähiges Tenacious Tape™
Spezial-Klebeband wie Tenacious Tape™ kann bei der Reparatur kleiner Löcher sehr hilfreich sein. Diese Tapes sind extrem robust und halten auch dauerhaft bei sehr niedrigen Temperaturen – sie hinterlassen aber Klebereste, die nach dem Abziehen kaum noch zu entfernen sind.

3) Alle Risse und Schnitte – Nadel & Faden plus SeamGrip
Du kannst Risse jeglicher Größe auch traditionell mit Nadel und Faden reparieren. Entferne hierzu lose Fäden und reinige die beschädigte Stelle so gut es geht. Mit einem simplen Zickzack-Stich lässt sich der Riss oder die aufgegangene Naht schließen. Trage anschließend einen Nahtdichter sparsam auf deine Naht auf, um sie zusätzlich zu stabilisieren und wasserdicht zu machen. Wir empfehlen dir dafür Gear Aid Seam Grip Plus oder McNett SeamGrip.

4) Verklemmte oder schwergängige Reißverschlusse
Reinige alle Reißverschlüsse regelmäßig mit warmem Seifenwasser. Sollte ein Reißverschluss doch einmal verklemmt sein, versuche nicht ihn gewaltsam zu lösen. Reinigen und schmieren löst das Problem häufig schon. Untersuche auch den Reißverschlusskopf auf Schmutz oder Fremdkörper. Zur Reinigung kannst du eine alte Zahnbürste verwenden. Entdeckst du ausgerissene Zähne am Reißverschluss oder verbogene Metallteile am Schieber, ist er vermutlich nicht mehr zu retten. Nur eine professionelle Reparatur kann dies beheben. Melde dich bei unserem Reparaturservice.

Reparaturen vom Profi

Eine professionelle Reparatur lohnt sich fast immer und macht aus deinem defekten Rucksack wieder einen treuen Begleiter. Unsere Werkstatt erledigt Reparaturen, wie das professionelle Verschweißen von Flicken auf wasserdichten Stoffen, Reparieren von Rissen und defekten Nähten sowie den Austausch beschädigter Komponenten (z.B. Schnallen oder Reißverschlüsse). Melde dich bei unserem Reparaturservice, wenn du weitere Informationen brauchst.

Ende des Lebenszyklus

Ein Rucksackleben zählt in der Regel viele Jahre, hängt aber auch von Art und Häufigkeit eurer gemeinsamen Abenteuer ab. Da ein Rucksack selten gewaschen wird, konzentriert sich sein Umwelteinfluss auf die Produktion und Entsorgung. Wenn du merkst, dass dein Rucksack die beste Zeit hinter sich hat, schau ihn dir nochmal genau an und verwende ihn bitte, bis er quasi auseinanderfällt. Es mag sich komisch anhören, wenn wir als Hersteller so etwas sagen. Doch Rucksäcke enthalten viele Komponenten und Materialien, deren Herstellung extrem energieintensiv ist. Wir möchten die Umweltbelastung durch unsere Produkte so gering wie möglich halten. Daher bitten wir dich, deinen Rucksack solange wie möglich zu nutzen und nicht zu früh zu ersetzen.
Hier noch ein paar Anregungen:
1) Wertschätzung - Unsere Produkte wollen eingesetzt werden. Jedes Abenteuer hinterlässt Spuren und spiegelt deine Erfahrungen wider. Das darf man auch sehen: Jeder Kratzer ist ein Statement.

2) Pflege - Wasche und imprägniere deinen Rucksack von Zeit zu Zeit, pflege die Reißverschlüsse und bewahre ihn sorgfältig auf.

3) Reparieren - Kleinere Schäden können oft leicht behoben werden und bedeuten noch lange nicht das Ende deines Lieblingsteils. Natürlich kostet eine Reparatur Zeit und auch Geld – aber die Auswirkungen eines neu gekauften Produkts auf deinen Geldbeutel und auf die Umwelt sind deutlich höher.

4) Plan B - Auch wenn du deinen Rucksack nicht mehr für deinen Westalpentrip verwenden möchtest, kannst du jederzeit noch andere, weniger anspruchsvolle Abenteuer mit ihm erleben.

5) Plan C - Verwende dein Lieblingsteil in einem ganz anderen Umfeld. Pack deine Ausrüstung für die Kletterhalle hinein oder nutze ihn als robusten Packsack für Werkzeug und Schneeketten im Auto.

6) Weitergeben - Wenn du deine Ausrüstung wirklich nicht mehr verwenden willst, freut sich bestimmt noch jemand anderes darüber: Schenken macht ja bekanntlich Freu(n)de! Schau dich doch einfach mal in deinem Familien- und Freundeskreis um. Oder wende dich an Wohltätigkeits-Organisationen, die Outdoor-Ausrüstung annehmen und diese sinnvoll weitergeben.

7) Upcycle - Wenn gar nichts mehr geht: Die Komponenten, aus denen dein Produkt besteht, sind hochwertig und wertvoll. Derart robuste Materialien sind im Einzelhandel nicht erhältlich, gleiches gilt für die gepolsterten Schultergurte. Und wenn der Rucksackboden durchgescheuert ist, ist meist noch ein großer Teil des restlichen Materials einwandfrei. Denk doch mal um die Ecke: Vielleicht kannst du Teile deines Produktes noch anderweitig verwenden? Mit Knieflicken aus deinem weitgereisten Rucksack hält deine Arbeitshose noch zehnmal länger. Und einen Gartenstuhl mit einem Bezug aus dem robusten PACT™ Material einiger unserer Rucksäcke hat auch nicht jeder.

8) Recycle - Echtes Recycling spart Energie und Ressourcen, die sonst bei der Herstellung von neuem Material eingesetzt werden müssten.

Beim Textilrecycling ist die größte Hürde die Trennung der verschiedenen Komponenten wie Stoffe, Membrane, Fäden, Reißverschlüsse, Druckknöpfe etc. Bei Rucksäcken ist kein richtiges Recycling, sondern nur Downcycling möglich, so werden z.B. geschredderte Textilien aus Altkleidercontainern zu Füll- und Dämmstoffen verarbeitet. Es ist aber immer noch besser deinen Rucksack nicht mit dem Hausmüll zu entsorgen, sondern in einen Container einer Organisation zu werfen, die die Fasern weiterverarbeiten kann.
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