FIRESTORM™: Die Geburtsstunde von Kryos, Xeros und Exo

FIRESTORM™: Die Geburtsstunde von Kryos, Xeros und Exo

Firestorm

In diesem Winter führen wir unsere neue FIRESTORM™-Kollektion für Alpinisten ein und stellen die Kryos, Xeros und Exo Jackets sowie die neue Kryos Pant vor. Die gesamte Entwicklung basiert auf intensiven Produkttests im Labor und in den Bergen. Es war eine faszinierende Reise, bei der sich jeder, vom Produktteam bis hin zu unseren Pro Partnern, mehr denn je angestrengt hat.

Die Idee

Das Projekt begann vor drei Jahren, als Paul Ramsden, ein besessener Ausrüstungsfanatiker, auf uns zukam. Paul ist einer der Menschen, der alle Ausrüstungsgegenstände und Bekleidungsstücke einzeln abwiegt. Er importiert von irgendwo handgemachte Eispickel in der Hoffnung, dass sie funktionieren werden. Und er bittet Hersteller darum, Ausrüstung nach seinen Vorgaben zu entwickeln, wenn er sie nirgendwo finden kann. So kontaktierte er uns vor seinem Trip nach China mit Nick Bullock. Ihr Ziel war der fast 7.000 Meter hohe Minya Konka. Der Berg ist für sein schlechtes Wetter berüchtigt und man ist ab dem Basislager rund eine Woche unterwegs. Paul rechnete aufgrund der Höhe und der Ausgesetztheit des Gipfelgrats mit extrem schlechten Bedingungen und damit, dass sie über lange Zeit in ihren Daunenjacken klettern müssten. Neben Wetterbeständigkeit, Wärme und natürlich minimalem Gewicht sollten die Jacken daher nicht zu wuchtig sein und eine gute Bewegungsfreiheit bieten.

Es klang nach einem großartigen Projekt. Tom Livingstone war mit seiner Vega Jacket bereits auf 7.000 Metern am Latok I unterwegs gewesen. Das war unserer Meinung nach die absolute Grenze für diese Jacke. Doch ihr Design mit den freiliegenden Nähten der Daunenkammern würde bei den anhaltend starken Winden nicht warm genug sein. Nick Bullock hatte beachtliche Erfolge mit der K7 Jacket, die er in extremen Höhen einsetzte, unter anderem bei seiner mit dem Piolet d'Or ausgezeichneten Expedition nach Nepal. Dabei durchstieg er zusammen mit Paul die Nordwand des 7.046 Meter hohen Nyainqentangla South. Aber leider lässt sich in der außergewöhnlich warmen K7 nicht besonders gut in technischen Seillängen klettern. Wir brauchten etwas Neues!

Ein erster Prototyp

Wir hatten ein paar Ideen, machten einige Entwürfe und entschieden, dass die Wetterbeständigkeit die wichtigste Eigenschaft sein müsste. Das bedeutete, dass wir die Nähte abdecken mussten. Dadurch würden wir verhindern, dass Wasser eindringen oder Schnee anhaften kann und vor allem, dass der Wind durch die freiliegenden Nähte bläst. Wir mussten das erreichen, ohne das Gewicht übermäßig zu erhöhen. Die beste Lösung, um die Nahtlinien abzudecken, ist ein sogenanntes „Drop Outer“, eine zusätzliche Schicht Material, die auf der Jacke angebracht wird. So als würde man die Daunenjacke in eine Außenhülle packen. Wir fertigten so schnell wie möglich einen Prototyp an, überarbeiteten ihn und starteten mit den Praxistests. Paul und Nick trugen die Jacke einen Monat lang auf der neuen Route in China – eine wahre Feuertaufe. Obwohl die Expedition durch extreme Schneefälle vereitelt wurde und leider erfolglos war, kam Paul sehr zufrieden mit dem Prototypen zurück:

Zitat Paul Ramsden

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Jacke noch keinen Namen. Wir nannten sie einfach „PR Wad Jacket“ (Paul Ramsden Wad Jacket; als „Wad“ wird in Peak District ein exzellenter Kletterer bezeichnet). Die leichtere Version (LW), die wir in Planung hatten, war die „PR WAD LW Jacket“. Beide Namen hielten sich für lange Zeit.

Kammerkonstruktion

Nach dem ermutigenden Feedback von Paul fingen wir an, das Design zu überarbeiten. Wir steckten sehr viel Arbeit in die Kammern und die Daunenverteilung innerhalb der Jacke. Das Problem ist, dass es keine leichte Jacke mit Boxkammerkonstruktion gibt, die anhaltend schlechtem Wetter standhält. Und es gibt keine leichte Jacke mit durchgesteppten Kammern, die bei anhaltender Kälte funktioniert.

Die Kammern sorgen dafür, dass die Daunen dortbleiben, wo sie hingehören und dass sie ihre Fill Power (Bauschkraft) voll entfalten können. Wenn eine Kammer zu groß ist, werden sich die Daunen in ihr verschieben und damit entstehen Kältebrücken. Ist eine Kammer zu eng, können die Daunen darin sich nicht vollständig entfalten und damit nicht so gut isolieren. Wie stark die Daunen wandern, hängt von der Position der Kammer ab. Stellen wie die Ellenbogen sind anfälliger für Verschiebungen der Daunenfüllung. Sie müssen daher mit kleineren Kammern, die besser fixieren, versehen werden als statische Körperregionen. Wir haben die Kammern in unserem Prototyp so optimiert, dass die Daunen so gut wie möglich an der richtigen Position bleiben. Außerdem haben wir darauf geachtet, dass die wichtigsten Körperteile (wie der Oberkörper) so warm wie möglich gehalten werden.

Kammerkonstruktion

Sehr leichte und mittelschwere Daunenjacken werden normalerweise durchgesteppt. Diese einfache Konstruktion bietet eine gute Bewegungsfreiheit, allerdings auch weniger Schutz und Wärme.

Sobald durchgesteppte Kammern nicht mehr warm genug sind, setzen wir die Boxkammerkonstruktion ein, die sehr viel wärmer ist. Die Trennwände, die für den Abstand zwischen der Innen- und Außenwand sorgen, machen die Jacke jedoch schwerer und voluminöser und schränken die Bewegungsfreiheit ein.

Eine gute Zwischenlösung für mittelschwere Jacken sind Balgkammern. Dabei wird eine Art Falte in die Kammer eingenäht, so dass die Daunen mehr Platz haben sich zu entfalten. Diese Konstruktion hat aber immer noch den Nachtteil von Kältebrücken durch die Nähte.

Wir haben die verschiedenen Kammertypen in unseren neuen Jacken kombiniert, je nach Anforderung an die Isolationsfähigkeit. So haben wir versucht, die verschiedenen Konstruktionen optimal zu kombinieren. Wenn du eine unserer neuen Daunenjacken auf links drehst, wirst du eine erstaunliche Vielfalt unterschiedlicher Kammertypen finden. Das zeigt unsere Besessenheit für Funktionalität und den richtigen Einsatz von Daunenkammern. Denn wir wollen jedes Fitzelchen Wärme aus jedem Gramm Daune herausholen.

FIRESTORM™

Die Außenhülle, die die Kammern bedeckt, ist unsere Geheimwaffe. Es ist keine neue Idee – wir wenden diese Konstruktion schon seit 50 Jahren an. Aber erst durch neue Technologien in der Herstellung ultraleichter Gewebe eignet sie sich für das moderne Alpinklettern, bei dem jedes Gramm zählt. Wir haben GORE-TEX INFINIUM bereits mit großem Erfolg in unseren Schlafsäcken der Extreme Expedition Serie verwendet. Das Material ist absolut winddicht, sehr wasserabweisend und äußerst leicht. Wir wussten sofort, dass diese Technologie perfekt sein würde.

Zitat Tom Livingstone

Die FIRESTORM™ Konstruktion ermöglicht es, die Vorteile durchgesteppter Nähte (Bewegungsfreiheit und geringes Gewicht) zu nutzen. Gleichzeitig können ihre Nachteile (Kältebrücken) und das Problem ungleichmäßiger Isolation beseitigt werden. Wir wollten auch einen handfesten Beweis, dass diese Konstruktion ein Kleidungsstück wärmer macht. Unsere Theorie war, dass das Außenmaterial die isolierende Luftschicht zwischen den Kammern einschließt, was sonst nur bei totaler Windstille funktioniert.

Labortests

Theorien können niemals eine genaue Prüfung ersetzen. Deshalb haben wir mehrere Experimente geplant, um die Wirkung von FIRESTORM™ zu überprüfen. Wir verbrachten einen langen Tag bei -20 °C in der Klimakammer der Universität Leeds Beckett. Zwei Personen mit ähnlicher Statur und Gewicht trugen identische Kleidung und wechselten zwischen verschiedenen Jacken mit und ohne FIRESTORM™ Konstruktion. Wir überwachten jede Person mit zahlreichen Temperatursensoren, benutzten eine Infrarotkamera und sammelten eine Menge Daten. Unsere Testpersonen mussten vor Hochgeschwindigkeitsventilatoren, die verschiedene Windgeschwindigkeiten simulierten, unterschiedliche Positionen einnehmen und für lange Zeit in diesen Positionen verharren. Der Erfahrungsbericht der Testpersonen war einstimmig: FIRESTORM™ macht einen gravierenden Unterschied bei der gefühlten Wärmeleistung. Die Daten, die wir erfasst hatten, waren jedoch alles andere als schlüssig. Obwohl es einige Hinweise darauf gab, dass FIRESTORM™ einen Unterschied machte, hatten wir nichts Konkretes oder etwas, das einer ernsthaften Prüfung standhalten würde. Das ist das Problem bei der gleichzeitigen Entwicklung einer neuen Technologie und einer neuen Testmethode: Sie ist selten abschließend. Wir mussten also weitere Tests durchführen.

Zitat Chantel Astorga

Als Nächstes besuchten wir das Textilforschungsinstitut Aitex in Spanien. Wir nahmen einen bestehenden Test nach ISO-Norm und modifizierten ihn so, dass er für solch warme Produkte funktionieren würde. Hier arbeiteten wir mit einer Testpuppe, ähnlich der für Schlafsacktests. Sie wurde in ein typisches Kletter-Outfit gekleidet und anschließend jede unserer Testjacken über diese Schichten gezogen. Wir sahen signifikante Unterschiede zwischen der Wärmeleistung der Kleidungsstücke: Die Tests zeigten, dass die FIRESTORM™-Konstruktion die Wärmeleistung erhöhte und dass der Nutzen bei leichten Daunenjacken am größten war. Hier konnten wir eine Steigerung von 20 % der Isolationsfähigkeit messen. Die Wärmeleistung von mittelschweren Jacken verbesserte sich um 10 %.

Tests auf Expeditionen

So nützlich Labortests auch sind, sie sind kein Ersatz für den realen Einsatz. So gaben wir die endgültigen Prototypen unserer neu benannten Kryos Jackets mit FIRESTORM™ Konstruktion an vier unserer Athleten, die sie auf Herz und Nieren testeten.

Zitat Uisdean Hawthorn

Das Feedback war einstimmig: Die Kombination aus geringem Gewicht, erhöhter Wärmeleistung, verbessertem Wetterschutz und der größeren Bewegungsfreiheit, die die FIRESTORM™ Konstruktion bietet, war unvergleichlich. Auch zeigt sich, dass ihre Vorteile vor allem bei den schlechtesten Bedingungen zum Tragen kommen – genau dann, wenn Wind- und Wetterschutz am wichtigsten sind. Bevor die Kryos Jacket auf den Markt kam, hatte sie bereits mehr Anwendungszeit auf Expeditionen erlebt, als die meisten Jacken während ihrer normalen Lebenszeit.

Wir haben sechs neue Daunenprodukte mit FIRESTORM™ Konstruktion:

Kryos Jacket, Kryos Women’s Jacket

Kryos Jacket

Die Kryos Jacket ist das Ergebnis von über zwei Jahren Entwicklungsarbeit und zahlreichen Prototypen. Die Jacken wurden auf Herz und Nieren getestet, von Paul Ramsden in China und Nepal sowie von Tom Livingstone, Uisdean Hawthorn und Chantel Astorga in Pakistan. Bei seiner erfolgreichen Besteigung des Koyo Zom trug Tom diese Kryos Jacket.

Die Kryos ist extrem warm, schützt zuverlässig, ist sehr leicht und engt beim Klettern nicht ein. Wir haben viel Arbeit in die richtige Kombination der verschiedenen Kammertypen gesteckt. Auch die Kapuze ist brandneu: Sie schützt und wärmt bei extremer Kälte besser als jede Kapuze, die wir bisher entwickelt hatten. In Laboruntersuchungen war die Kryos Jacket 10 % wärmer als die Vega Jacket, unserem Klassiker, der schon für Touren über 7000 Metern eingesetzt wurde.

Kryos Pant

Kryos Pant

Wir haben die Kryos Pant speziell für die Expedition von Nick Bullock und Paul Ramsden zum Minya Konka in China entwickelt. Wir fertigten nur zwei Modelle in unserem Headquarter in Manchester an. Das Feedback war so gut („Die beste isolierte Hose, die ich jemals trug“), dass wir sie in die Kollektion aufgenommen haben.

Die Kryos Pant hat einen außerordentlich guten Sitz und bietet dank FIRESTORM™ Konstruktion unvergleichlichen Wetterschutz. Sie kann den ganzen Tag getragen oder einfach „für den Fall der Fälle“ im Rucksack mitgenommen werden. Ihr Gewicht ähnelt dem von synthetischen Überhosen, dabei ist sie aber drei- bis viermal so warm. Unsere intensiven Tests in der Kältekammer haben gezeigt, dass eine Isolationsschicht an den Beinen am meisten für das Wärmeempfinden bringt.

Xeros Jacket, Xeros Women’s Jacket

Xeros Jacket

Die Xeros Jacket ist der „kleine Bruder“ der Kryos Jacket. Sie bietet dank FIRESTORM™ Konstruktion den gleichen Schutz und dasselbe hervorragende Kapuzendesign, ist aber etwas leichter. So ist Xeros die perfekte Jacke für alles zwischen leichteren Expeditionen, Skitouren und Alpinklettern. Labortests haben gezeigt, dass sie ganze 20 % wärmer ist als gleichwertige Jacken mit durchgesteppten Kammern. Durch ihre Wetterbeständigkeit kann sie auch unter Bedingungen eingesetzt werden, die traditionell für Kunstfaserjacken reserviert waren, wie den nasskalten schottischen Winter oder das wechselhafte Patagonien. Das eröffnet ein komplett neues Terrain für Daunenjacken mit all ihren Vorteilen in Sachen Wärme, Gewicht und Komprimierbarkeit.

Exo Jacket

Exo Jacket

In der Exo Jacket stecken die Technologien der Kryos. Zusätzlich hat sie mehr Daunenfüllung und komplett getapete Nähte und ist damit eine außergewöhnlich warme und komplett wasserdichte Daunenjacke. Mit der robusteren Version GORE-TEX INFINIUM 30D und einigen extra Features für alle Eventualitäten steht diese Jacke so ziemlich alles durch. Wenn du ein absolutes Bollwerk gegen krassesten Regen, größte Kälte und schlechtestes Wetter möchtest, dann ist das die richtige Jacke, egal ob fürs Klettern, Höhenbergsteigen oder Skifahren.

Back to blog