ALPINCAMP 2019: Es gibt kein schlechtes Wetter!

ALPINCAMP 2019: Es gibt kein schlechtes Wetter!

Text, Fotos & Film: Silvan Metz

 

Bereits zum zweiten Mal veranstalteten Mountain Equipment und Petzl das ALPINCAMP für Händler. Diesmal gab es zwei Termine, von 29.04.-01.05. und von 01.-03.05.2019. Basislager für beide war das Lenggrieser Bergcamping. Neben Workshops und Vorträgen konnten die 36 Teilnehmer zahlreiche neue Produkte hautnah ausprobieren – auch wenn das Wetter etwas widerwillig war. Mountain Equipment Pro Team Mitglied Silvan Metz war beim ersten Termin mit Kamera und Mikrofon dabei und berichtet an dieser Stelle für uns.

„Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Ausrüstung… Na gut, in unserem Fall ist das Wetter wirklich einfach schlecht!“ Treffender hätte Thomas Holz von Mountain Equipment es nicht ausdrücken können, als er zusammen mit Annette Vogt von Petzl die Teilnehmer begrüßt: Es regnet Bindfäden, die Temperaturen liegen im einstelligen Bereich. Trotzdem herrscht eine ausgelassene Stimmung. Die Händler und Verkäufer, die aus ganz Deutschland angereist sind, entdecken auch untereinander viele bekannte Gesichter. Die Teams beider Hersteller statten sie von Kopf bis Fuß mit Bekleidung und Hardware aus – alles neue Produkte, von denen sie sich nun selbst ein Bild machen dürfen. Besonders begehrt sind – wenig überraschend – die neuen GORE-TEX PACLITE® Plus Hardshell-Jacken. Aber auch die etwas wärmeren Schlafsäcke, z.B. aus der neuen Earthrise Schlafsackserie, werden gerne getestet, denn übernachtet wird in einer Zeltstadt!

Canyoning in Felsbadewannen, Klettern im Schnee

Das Programmangebot allerdings schrumpft stark durch das Wetter: Während eine Gruppe nach Weyarn in die Kletterhalle fährt, packt Thomas für die andere Gruppe eine Kiste mit dicken Neoprenanzügen aus. „Canyoning bietet sich förmlich an. Wir werden sowieso nass, da kann man auch bei vier Grad Außentemperatur in den Bach springen“, erklärt er – und hat noch einen besonderen Tipp: „Die Hardshell-Jacken könnt ihr im Wasser anlassen. Auch wenn sie nass werden, für die Wärmerückstrahlung bringen sie trotzdem etwas.“ Sicher nicht der eigentliche Sinn der Hardshell-Bekleidung, aber alle sind angesichts der Temperaturen sehr dankbar für diesen Hinweis.
Nach einer turbulenten Abseilfahrt durch Schmelz- und Regenwasserbetriebene natürliche Hochdruckreiniger und Felsbadewannen sind zwar alle nass und durchgefroren, aber dafür definitiv sauber. Und gut gelaunt: Besser hätte man dem Wetter kaum ein Schnippchen schlagen können.

Am nächsten Tag sieht der Blick in den Himmel ein wenig besser aus – jetzt regnet es nur manchmal. Immerhin, das reicht, um neben dem bewährten Canyoning und Hallenklettern auch mit je einer Gruppe Bergsteigen zu gehen und einen Klettersteig zu probieren. Die niedrige Schneefallgrenze lässt die Wahl auf den Klettersteig am Dalfazer Wasserfall direkt über dem Achensee fallen. Am Einstieg sieht man zwar, dass der nicht besonders lang ist, aber dafür steil genug, dass der Fels an vielen Stellen sogar trocken geblieben ist! Die Szenerie mit dem rauschenden Wasserfall in greifbarer Nähe und dem azurblauen Achensee im Rücken ist ein weiterer Pluspunkt. Der Plan sieht zwar vor, bis zur Erfurter Hütte zu wandern, aber der tiefe Schnee macht ein Vorankommen bald unmöglich. Stattdessen wird an der urigen, aber noch geschlossenen Dalfaz-Alm eine eigene Brotzeit aus den Rucksäcken gezaubert.

Abendprogramm

Abends ist nach dem leckeren Essen in der Lenggrieser Lahnerstubn noch Programm angesagt: Am ersten Abend stellt Thomas Strobl, Geschäftsführer von Mountain Equipment Deutschland, die Firmengeschichte und aktuelle Ausrichtung von Mountain Equipment dar: Es ist eine Geschichte, die stets an die Entwicklung und wandelnden Anforderungen des Alpinismus geknüpft war und die mittlerweile über 50 Jahre andauert. Was das für die Entwicklung der Produkte bedeutet, können die Teilnehmer praktisch in einem Workshop austesten: Sie müssen drei fiktive Kunden mit völlig verschiedenen Ansprüchen mit aktuellen Mountain Equipment Produkten ausstatten:

→ Welche Ausrüstung bieten wir dem Studenten mit kleinem Geldbeutel an?

→ Was empfehlen wir dem auf Gewicht fokussierten Bergläufer?

→ Was braucht der Kunde, der im nächsten Urlaub auf Expedition geht?

Mit Unterstützung des Mountain Equipment Teams diskutieren die Teilnehmer die Eigenschaften und Vorteile der einzelnen Produkte. Am Ende können sie jedem Kunden klare Empfehlungen geben – ein gutes Training für ähnliche Kaufsituationen in ihren eigenen Sportläden.

Für Spannung bis zum Schluss sorgt ein Quiz, bei dem die Teilnehmer Fragen rund um Mountain Equipment beantworten müssen – Tipps dazu gibt es im Laufe des Abends. Unter allen richtigen Antworten werden zum Abschluss hochwertige Preise verlost: Earthrise Schlafsäcke, Tupilak Atmo Jackets, Lhotse Atmo Jackets und Ogre 33+ Rucksäcke.

Am zweiten Abend erklärt Christoph Driever von Petzl, warum Helme und Stirnlampen für die Branche ein großes Thema werden. Er legt dabei besonderen Wert auf eine neue Skitourenhelm-Norm und ein neues Messverfahren zur Einordnung der Leistungsfähigkeit von Stirnlampen.

Auf Regen folgt Sonnenschein.

Der letzte halbe Tag entschädigt wettermäßig für die Eskapaden der ersten Tage: Strahlender Sonnenschein begrüßt die Teilnehmer am Morgen, statt dem Trommeln der Regentropfen zwitschern Vögel. Das muss natürlich genutzt werden, daher ist heute noch Klettern am Fels im Angebot. Ob Standplatzbau, mobile Sicherungsmittel oder der Schritt vom Toprope zum Vorstieg –alle können ihr Wissen und Können dort ausbauen, wo sie möchten.

Und so reisen alle mit dem Gedanken an Sonnenschein ab – und mit einer Menge an Erlernten und Erlebten. Das ein oder andere davon können sie sicherlich demnächst bei sich im Sportladen an ihre Kunden weitergeben.

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Der Vollständigkeit halber: Silvan war nur beim ersten Termin dabei. Auf die Teilnehmer des zweiten Termins (1.-3. Mai) wartete ein ähnliches Programm – dank besserem Wetter stand für sie auch Sportklettern, Alpinklettern (Mehrseillängen) und Höhlenklettern auf dem Programm. Und natürlich genauso eine Menge Spaß.

 

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