AUS BESESSENHEIT ENTSTANDEN

Schlafsack ist nicht gleich Schlafsack. Was all unsere Schlafsäcke gemeinsam haben, ist die mühevolle Kleinstarbeit, die wir Kammer für Kammer investiert haben, um jeden einzelnen Schlafsack so wärmeeffizient und komfortabel wie möglich zu machen.

Wir haben unsere Schlafsäcke auf die Probe gestellt und Antworten auf all die Fragen gefunden, die aufkamen. Innovative Ideen sind ein wesentliches Merkmal jedes einzelnen Mountain Equipment Schlafsacks. Konstruktionstechnologien wie Bullseye™, Sharks Toe™ und EXL® werden mit innovativen Materialen wie DRILITE® LOFT™ und Plasma™ kombiniert. Die Designs sind leichtgewichtig, die Wärmeeffizienz ist erwiesen und verlässlich.

BESTES
NATURMATERIAL

Von Experten optimiert

Auf der Suche nach dem Isolationsmaterial mit der besten Wärmeleistung ist die Evolution der Wissenschaft immer noch einen großen Schritt voraus. Enten- und Gänsedaune ist und bleibt das beste Füllmaterial, das es gibt. Im Verhältnis zum Gewicht ist sie wärmer und komprimierbarer als jedes andere Füllmaterial.

Daune besteht vorwiegend aus Keratin, einem natürlichen Polymer, das auch in Materialien wie Wolle, Horn und Hufen zu finden ist. Die dreidimensionale Struktur jeder einzelnen Daune gleicht einer perfekten Leichtbauweise.

Sie hat einen zentralen Kern, von dem sich hauchdünne Fasern verzweigen. Von jeder Faser gehen weitere, feine Verästelungen ab, wodurch eine fast perfekte Struktur entsteht, um ein Entweichen der Wärme zu verhindern.

Die Daune ist dauerelastisch, kann immer wieder auf einen Bruchteil ihres Volumens komprimiert werden und kehrt nach Entlastung in ihre ursprüngliche Form zurück.

Trotz ihrer herausragenden natürlichen Eigenschaften ist Daune nutzlos, wenn man sie nicht richtig einsetzt. Wenn eine Kammer zu groß ist oder zu wenig Daunenfüllung hat, dann bewegt sich die Daune in der Kammer, und die Wärmeeffizienz verringert sich oder das Gewicht erhöht sich unnötig. Wenn eine Kammer hingegen zu klein oder mit zu viel Daune gefüllt ist, entfaltet die Daune nicht ihr volle Bauschkraft, was auch wieder zu einer Verringerung der Wärmeeffizienz führt.

Um das Beste aus diesem wertvollen Material herauszuholen, testen wir es umfangreich an Prototypen, in der Kältekammer und auf unseren Expeditionen. Bei jedem einzelnen Schlafsack haben wir Wärmeeffizienz, Kompressionswiderstand, Daunenbewegung, Komfort und Langlebigkeit optimiert.

DESIGN UND
KONSTRUKTION

Alle Aspekte im Blick

Schlafsack-Konstruktionen sind sehr komplex und bestehen aus sehr vielen Einzelteilen. Jedes Element spielt eine Rolle, um besten Komfort und Wärmeleistung zu erreichen. Dabei wird beim Design jeder relevante Faktor in Betracht gezogen: Wie lange wird ein Schlafsack im Einsatz sein, in welchen klimatischen Bedingungen wird er benutzt, welches Ziel bei Gewicht, Packmaß und Kosten wollen wir erzielen?

Eine grundlegende Entscheidung richtet sich zunächst auf Art und Anordnung der Kammern: sie müssen der Daune den richtigen Raum geben, sich zu entfalten und ihre Stärke auszuspielen. Wir verwenden, je nach Einsatzzweck, eine Vielzahl unterschiedlicher Kammerbauweisen in unseren Schlafsackmodellen. Beginnen wir am Kopf: Die Kapuze soll den Kopf warm halten. Sie spielt eine Schlüsselrolle für den gesamten Komfort. Unsere präzise konstruierten Down Control Kapuzen haben eine perfekte Passform und lassen sich mit leichtgängigen Kordelzügen anpassen. Der Wärmekragen und die ineinander greifenden Kammern hinter dem

Reißverschluss halten warme Luft sehr effektiv im Schlafsackinneren. Diese Kammern sind mit der gleichen Daunenqualität gefüllt wie der Rest. Auch ganz unten am Schlafsack hören wir nicht mit der akribischen Arbeit auf: Die Konstruktion des Fußteils ist uns besonders wichtig! Das bewährte Trapezium Fußteil wurde noch weiter verbessert, indem wir die Daunenverteilung optimiert haben und auf einige Nähte verzichten konnten. Dadurch ließ sich bei diesen Komponenten 20% an Gewicht einsparen. Abschließend ist die Form des Schlafsacks ganz entscheidend für die Leistungsfähigkeit. Ein passender Schnitt liefert besten Komfort und maximiert die Wärmeleistung. Hier kommt es nicht nur auf die eigene Körpergröße an, sondern auf den Einsatzzweck und die damit verbundenen Prioritäten: Wärmeleistung, Gewicht oder Komfort. All diese Kriterien wurden in der Wahl der verschiedenen Materialien, in Schnitten und Größen unserer Schlafsäcke verarbeitet.

STOFFE UND
MATERIALIEN

Wesentliche Komponenten

Bezugsstoffe sind ein zentraler Aspekt für das gelungene Zusammenspiel aller Funktionen des Schlafsacks. Wie sieht das Material aus, wie fühlt es sich an, wie hört es sich an? Diese Materialien beeinflussen direkt die Wärmeleistung und die Bauschkraft der Daune und halten sie trocken und sauber. Wasserdichtes Außenmaterial hat den großen Vorteil, den gesamten Schlafsack vor Feuchtigkeit zu schützen. Materialien ohne Membran oder Beschichtung sind dagegen leichter und atmungsaktiver. Die Technologien werden immer ausgefeilter und wir sind beständig auf der Suche nach den besten Stoffen, die alle Ansprüche wie geringes Gewicht, hohe Atmungsaktivität, Komprimierbarkeit und Komfort in sich vereinen. Bei der Kollektion 2017 verwenden wir das neue GORE® THERMIUM™ bei unserer Expeditions-Serie. Diese Schlafsäcke für extreme Einsätze sind äußerst robust und bewähren sich in den kältesten und härtesten Bedingungen der Erde. Das Material setzt sich aus einem 10D Obermaterial und einer PTFE Membran zusammen und wiegt nur 38g/m2.

DRILITE® LOFT™ XERO setzt die Entwicklung unserer eigenen, wasserdichten Materialien fort. Das Gewicht ist so gering wie nur möglich bei Stoffen dieser Art: nur 28g/m2. Es wurde speziell für alpine Hochtouren und Expeditionen entwickelt, bei denen es auf jedes Gramm und geringes Packmaß ankommt, gleichzeitig aber auch ausreichend Schutz gegeben sein muss. Dieses leichte Material kommt bei der Serie ‚Extreme Alpine’ zum Einsatz und ergänzt unser langjährig bewährtes DRILITE® LOFT™ II.

Mit einer Wassersäule von 1500mm ist das Material bestens für Schlafsäcke geeignet, die bei alpinen Biwaks und langen Rucksacktouren einen erholsamen Schlaf garantieren sollen. Aus unseren drei nicht-wasserdichten Oberstoffen sticht das Material Plasma™ besonders heraus: Extrem leicht und dennoch erstaunlich robust, sehr atmungsaktiv und garantiert daunendicht verwenden wir es in der Serie ‚Extreme Light’. Alpinisten, Kletterer und Bergsteiger, für die geringes Gewicht am schwersten wiegt, werden sich über die 26g/m2 besonders freuen.

PROTOTYPEN
& TESTS

Die Eckpfeiler der Produktentwicklung

Der Fortschritt gehört bei Mountain Equipment zum Alltag. Seit über 50 Jahren entwickeln wir unsere Schlafsäcke und verbessern sie mit jeder neuen Kollektion. In diesen Jahrzehnten gab es zahlreiche Expeditionen zu den hohen Bergen der Welt und in die Polarregionen – oft spielten unsere Schlafsäcke eine Schlüsselrolle auf dem Weg zum Erfolg. Bergsteiger schauen sich immer nach neuen Zielen und Herausforderungen um: Wir spiegeln diese Motivation tagtäglich in unserer Produktentwicklung. Dazu gehört die akribische Arbeit mit Prototypen und ausführlichen Tests. Wir haben die Schlafsäcke buchstäblich in ihre Einzelteile zerlegt und jede Kammer, jede Komponente überprüft und uns überlegt, was wir verbessern können, was leichter werden kann und was zu einer höheren Wärmeeffizienz führt. Wir haben wissenschaftlicher als jemals zuvor gearbeitet, um quantifizierbare Ergebnisse zu erzielen. Bei der Entwicklung neuer Konstruktionen hat uns die Universität Leeds unterstützt: Wir haben Stunden in Kältekammern verbracht und über Wärmebildanalysen gebrütet.

Dabei haben wir nicht nur die typischen Kältebrücken eliminiert, sondern auch den Schlafsack im tatsächlichen Gebrauch optimiert. Wie leicht lässt sich der Wärmekragen anpassen, wie eng schließt die Kapuze? Wie gut funktioniert das Fußteil, wenn man mehrere Stunden bei deutlichen Minusgraden im Schlafsack zubringt? Die ermittelten Daten wurden mit den Rückmeldungen zahlreicher Testpersonen abgeglichen – daraus lernten wir erneut, wie das Design und die Konstruktion im echten Einsatz funktionieren. Aber nochmal zurück zu den Bergsteigern: die letzte Runde der Prototypen-Tests erfolgte durch Nick Bullock in Tibet an der 1600 Meter hohen Nordwand des Nyainqentangla. Zeitgleich stieg Uisdean Hawthorn in die House-Anderson Route an der Nordwand des Mount Alberta in Kanada ein. Erst als Nick und Uisdean zufrieden mit dem letzten unserer insgesamt über 70 Prototypen waren, wurden unsere Produktingenieure nicht mehr in die Kältekammer geschickt. Vorerst einmal...