Im Februar letzten Jahres konnte ich eine bereits lang angedachte Tour endlich in die Tat umsetzen – die landschaftlich wunderschöne, sehr reizvolle und größtenteils einsame Durchquerung des Mangfallgebirges von West nach Ost, genauer gesagt, von Lenggries nach Geitau.

Zusammen mit zwei Freunden starten wir an einem sonnigen Freitagmorgen am Tourengeher-Parkplatz an der Hohenburg in Lenggries. Fertig aufgefellt und gut beladen mit Equipment und Essen für drei Tage machen wir uns bei bestem Wetter gemütlich auf, taleinwärts zur Weggabelung im Hirschbachtal. Den tristen Forstweg tauschen wir bald schon gegen abwechslungsreicheren, stetig ansteigenden, weglosen Hochwald ein. Bei wenig Schnee empfehle ich jedoch die Forststraße.

Am ersten Gipfel der Tour, dem Seekarkreuz, ist für einen Wochentag erstaunlich viel los. Umso schneller fällt die Gipfelrast aus und wir fahren über den kaum verspurten Osthang wieder ab. Auf halber Höhe ziehen wir nach rechts in den nach Nordost drehenden unberührten Pulver-Hang, schieben jenseits vom Bach an der Rauhalm kurz aufwärts und schon geht es in feinen Schwüngen wieder bergab durch den Wald. Unten angekommen heißt es wieder auffellen und erneut Höhenmeter machen, rechts vorbei an der Hochplatte bis zu den Roßsteinalmen, die wir am frühen Nachmittag erreichen. Ohne Ski und Rucksäcke machen wir uns zu Fuß noch auf den Weg zum Roßstein-Gipfel, wo wir im warmen Spätnachmittagslicht das grandiose Gipfelpanorama genießen.

Die Abfahrt unterhalb der Tegernseer Hütte ist nicht unbedingt mit viel Schnee gesegnet, doch schnell werden wir wieder vom Pulver verwöhnt. Abends werden wir auf der Buchsteinhütte bestens versorgt und unsere Energiespeicher werden ausreichend wieder aufgefüllt. Nach

einer erholsamen Nacht im Bettenlager in unseren kuscheligen Schlafsäcken machen wir uns bestens erholt und frisch gestärkt wieder auf den Weg. Der zweite Tag beginnt mit einer flotten Abfahrt auf der Rodelbahn ins Tal. Kurz die B307 überquert und wieder rauf über die Naturrodelbahn des Rodelklub Kreuth und über flache Almwiesen aufwärts bis zur Königsalm. Der Weg ist auch bei Schneeschuhgehern und Fußgängern sehr beliebt und somit dementsprechend ausgetrampelt. Der Schildenstein-Gipfel empfängt uns trotz der vielen Spuren auf dem Weg nach oben, sehr einsam. Zeit für eine Brotzeit!

Ab hier lassen wir die Zivilisation hinter uns. Vom Skidepot schwingen wir nach Süden hinab auf ein welliges Hochplateau, um anschließend auf den Predigtstuhl aufzusteigen. Oberhalb der Blaubergalm queren wir vorbei, dann bringt uns ein breiter Rücken auf die Blaubergschneid. Trotz des teils sehr schmalen Grates kann man hier mit Ski gut gehen. Ab und an müssen wir auf die Südseite ausweichen. Kurz vor dem Blaubergkopf geht es noch mal gut bergab, bevor die andere Seite auf Grund des schmäleren Grates und der südseitigen Wechten viel Konzentration abverlangt. Ski abschnallen ist aber nicht nötig. Ziel ist der Halserspitz, der höchste Gipfel des Blaubergkammes, den man von Süden her auch gut als Tagestour begehen kann. Der (wenige) Schnee im Südhang ist um diese Jahreszeit und vor allem am späten Nachmittag schon recht weich, umso vorsichtiger und vorausschauender fahren wir ab, um nicht bei der ein oder anderen rausspitzelnden Latsche einzufädeln. Unten angekommen heißt es für heute zum letzten Mal Felle aufziehen und noch mal alle Energiereserven bündeln. Über die Sindelsdorfer Alm geht es zur Gufferthütte, wo uns ein toller Sonnenuntergang belohnt.

 

Photocredit: www.stadler-markus.de

Der Winterraum ist mit dem AV-Schlüssel zugänglich und nach einigem Hin und Her, schaffen wir es auch, die Tür zu öffnen. Es erwarten uns vier lauschige Schlafplätze, eine voll eingerichtete Küche und sogar eine halbe Kiste Weißbier. Wir richten uns häuslich ein und beginnen schon bald mit der Abendgestaltung, dem gemeinsamen Kochen. Aus unseren weit getragenen Zutaten zaubern wir uns leckere Pasta mit Gemüse-Tomatensauce. Leider gesellen sich zwei Schneeschuhwanderer aus der Dunkelheit zu spät zu uns, wir haben gerade alles aufgegessen. Fünf Leut, vier Schlafplätze – die Nacht war kuschelig.

Der dritte und letzte Tag der Durchquerung versprach der längste zu werden. Nach einem sehr frühen Frühstück in der Dämmerung machen wir uns mit den ersten Sonnenstrahlen wieder auf den Weg. Der erste Anstieg führt uns auf den Schattlahnerkopf, auf dessen Nordseite wir zwischen den Steilabbrüchen eine lässige Abfahrt in den Bayrbachgraben finden - obacht bei Lawinengefahr! Alternativ kann man aber auch über den Sommerweg abfahren.

Auf der flachen, bereits mit Aufstiegsspuren versehenen, Straße geht es einfach und bequem zur Bayralm. Durch wunderschöne und einsame Winterlandschaft erreichen wir die

Ritzelsbergalm, wo wir in der warmen Sonne eine ausgiebige Rast einlegen, bevor wir uns die letzten 150 Höhenmeter in die Scharte zwischen bayerischem und österreichischem Schinder vornehmen. Im Joch bläst ein zugiger, eisiger Wind und die letzten paar Meter bis zum Schinder-Gipfel sind nicht wirklich einladend. So beschließen wir auch auf Grund der noch ausstehenden Strecke, gleich durch das schöne Schinderkar abzufahren und nicht noch den Gipfel zu besteigen.

Gleich zu Beginn wartet das bekannte Felsenfenster auf uns, durch das wir spektakulär erst einmal hindurchfahren müssen, bevor wir in das rund 40 Grad steile, wenig verspurte und riesige Kar einfahren können. Über schneebedeckte Latschen gleiten wir flott in lockerem Pulver hinaus zur Schlagalm. Noch einmal in vollen Zügen genießen, denn jetzt wartet der elendige Anstieg zum Elendsattel auf uns, der gegen Ende hin auf der Straße sehr flach und zach ausläuft. Drei Kilometer mit 100 Höhenmetern, mehr braucht man an dieser Stelle nicht hinzufügen. Außer, dass es bis zum heutigen Ziel, der Auerspitz, noch eine ganze Ecke ist. Auch die Querung in die Ausläufer des Pfanngrabens verspricht nicht mehr Gefälle, dafür bietet der wilde Tobel ein bisschen landschaftliche Abwechslung.

 

Photocredit: www.stadler-markus.de

Danach machen wir uns in der warmen Nachmittagssonne an den letzten Anstieg unserer Mehrtagestour. Mit den letzten Sonnenstrahlen erreichen wir ganz schön ausgepowert den Auerspitz über den sulzigen Südwesthang, den letzten Gipfel unserer 3-Tages Durchquerung. Noch ein letzter Blick auf die prägnanten Ruchenköpfe, dann machen wir uns an die Abfahrt.

Die ersten Schwünge auf dem zerwühlten Nordhang holen uns jäh in die Realität der Modetouren der Münchner Skitourenberge zurück. Wehmütig denken wir an die fast unverspurten Hänge der letzten Tage.

 

Ab dem Bergwachthüttl finden wir links davon noch etwas unberührten Pulver und können so noch mal eine Traumabfahrt zum Soinsee hinunterschwingen. Auch die Hänge der Schellenbergalm weisen noch genügend unverspurte Bereiche und Pulver auf, so dass wir unsere Tour doch noch versöhnlich beenden können.

In der Abenddämmerung gleiten wir auf schneebedeckter Straße hinaus nach Geitau…

Text und Fotos wurden uns freundlicherweise von Markus Stadler zur Verfügung gestellt. www.stadler-markus.de

Karten: Alpenvereinskarten Nr. BY 13 Mangfallgebirge West und Nr. BY 15 Mangfallgebirge Mitte

 

 

 

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TEILNEHMEN

 

Zusammen mit dem ALPIN Magazin veranstaltet Sport Conrad bereits seit vielen Jahren die beliebten Tiefschneetage. Aus einem Veranstaltungsort wurden auf Grund der großen Nachfrage zwei und somit findet die etablierte Veranstaltung rund um das Thema Skitouren vom 4. – 6. März im Kühtai/Sellraintal und vom 18. – 20. März im Kleinwalsertal statt. Zentrum der Tiefschneetage ist eine bunte Zeltstadt in dem unterschiedlichste Hersteller ihre Verleihstände untergebracht haben. Hier heißt es sich beraten lassen, probieren und schließlich entscheiden, mit welchem Equipment es auf Tour gehen soll. Ausgeliehen werden können u.a. natürlich Skier, Skischuhe, Lawinensets, Stöcke, Jacken, Hosen ... von Mountain Equipment und weiteren führenden Herstellern der Wintersportbranche. So könnt ihr das Material gleich im Einsatz auf Herz und Nieren prüfen und so die ideale Kombination für Eure Bedürfnisse finden.

Wie wär's mit ein bisschen Expeditions-Feeling? Als besondere Schmankerl bieten wir an jeweils beiden Nächten im Kühtai und im Kleinwalsertal die beliebte Mountain Equipment Biwaknacht an! Eine kurze Tour mit Ski oder Schneeschuhen führt zu einem geeigneten Biwakplatz. Am Lagerplatz heißt es dann erst mal eine Schneehöhle graben, natürlich unter fachkundiger Anleitung. Zum Aufwärmen gibt's dann ein Menü aus der Tüte. Nach ausgiebigem Sternegucken darf jeder seinen persönlichen Komfortbereich im Schlafsack erkunden. Nach dem Frühstück sind alle wieder pünktlich im Tal, so dass jeder rechtzeitig an weiteren Touren teilnehmen kann. Einen kuscheligen Mountain Equipment Daunenschlafsack und eine Isomatte bekommt ihr leihweise von uns.

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